US-Pfadfinderinnen warnen Eltern vor aufgezwungener Nähe zu Familienmitgliedern

Pfadfinderinnen in den USA

Die US-Pfadfinderinnenorganisation hat kurz vor dem Thanksgiving-Fest in den USA Eltern davor gewarnt, ihren Kindern körperliche Nähe zu Familienmitgliedern aufzuzwingen. "Haben Sie jemals gedrängt: 'Dein Onkel ist gerade gekommen, geh und umarme ihn' oder 'Deine Tante hat Dir dieses tolle Geschenk gemacht, gib ihr ein Küsschen'?", fragte die Organisation in einer auf Facebook verbreiteten Erklärung. "Wenn ja, sollten Sie dieses Drängen in Zukunft vielleicht neu bewerten."

Die Organisation gab Eltern Tipps, wie kleine Mädchen auch ohne Körperkontakt "Anerkennung, Dankbarkeit und Liebe" ausdrücken können. Ein Kind könne genauso sagen, wie sehr es jemanden vermisst habe, einfach lächeln oder Luftküsse verteilen. "Es ist wichtig, dass Ihre Tochter weiß, dass sie selbst entscheiden kann, was sich am besten für sie anfühlt", hieß es in der Erklärung der Pfadfinderinnen.

Der Verband knüpft mit seiner Erklärung an eine in den USA seit Wochen breit geführte Debatte an, die nach den Belästigungs- und Vergewaltigungsvorwürfen gegen Hollywood-Produzent Harvey Weinstein aufgekommen war.