US-Notenbanker sorgen sich über Abwärtsrisiko durch Handelskonflikt


Trotz Sorgen über eine Eskalation des Handelskonflikts der USA mit China sieht die Notenbank Fed die Wirtschaft in guter Form und steuert weitere Zinserhöhungen an. Die Währungshüter sind sich laut den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der jüngsten geldpolitischen Sitzung vom März einig, dass sie die Zügel wahrscheinlich weiter anziehen müssen.

Dies solle aber wie bisher stufenweise erfolgen. Bei Zeitplan und Umfang der Erhöhungen würden auch „internationale Entwicklungen“ mit ins Kalkül gezogen.

Die US-Notenbank Fed warnt aber vor den Folgen eines Handelskonflikts. „Die große Mehrheit der Währungshüter“ sei in Sorge, dass es in dem von US-Präsident Donald Trump angestoßenen Handelsstreit zu „Vergeltungsaktionen anderer Länder“ kommen könne.


Die Notenbanker sehen darin ein Abwärtsrisiko für die US-Wirtschaft, wie aus dem Protokoll hervorgeht. Nach Einschätzung des amerikanischen Regierungsberaters Larry Kudlow könnte das Wachstum bereits im ersten Quartal des laufenden Jahres schwach ausgefallen sein. Im weiteren Verlauf gehe es aber wieder aufwärts und es sei mit einem Plus von drei oder vier Prozent zu rechnen, sagte Kudlow am Mittwoch dem Sender CNBC. Zudem sollte die Finanzpolitik der aktuellen Regierung in den kommenden Jahren das Wirtschaftswachstum stützen.

Die US-Notenbank hatte auf der letzten Sitzung den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 1,50 bis 1,75 Prozent angehoben. Fast alle Mitglieder hätten sich damals für eine Leitzinserhöhung ausgesprochen. Einige hätten jedoch vorgeschlagen abzuwarten, ob die Inflation anziehe.

Eine weitere Verschärfung der Geldpolitik halten die meisten Mitglieder für notwendig, hieß es im Protokoll. Hier sei ein graduelles Vorgehen notwendig. Mehrere Mitglieder forderten, dass die Geldpolitik restriktiver werden müsse.

Unterdessen arbeitet die Fed auch an einer Reform der Bankenregulierung. Zum einen plant die Notenbank, die auch ein wichtiger Aufseher der großen US-Banken ist, die Regeln zu den Kapitalanforderungen zu vereinfachen.


Davon würden vor allem große Institute wie JP Morgan Chase und Wells Fargo profitieren, wie aus dem Entwurf hervorgeht, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. „Dieser Vorschlag wird unser Kapitalregime vereinfachen, ohne es zu schwächen“, sagte Fed-Vize Randal Quarles, der federführend für das Thema Regulierung zuständig ist. „In einigen wenigen Fällen“ könnte es sogar sein, dass die Kapitalanforderungen steigen, sagte die Fed.

Es wäre die erste große Finanzreform der Trump-Ära. Sie geht jedoch auf Quarles Vorgänger Daniel Tarullo zurück, der von dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama ernannt wurde. Doch Quarles und Fed-Chef Jay Powell, die beide erst seit wenigen Monaten im Amt sind, haben dennoch ihre Unterstützung ausgesprochen.

Die Fed will zudem auch die jährlichen Stresstests anpassen, die simulieren, wie gut große Banken schwere Krisen überstehen würden. Sie will die Tests besser an die täglichen Kapitalanforderungen anpassen, um Dinge nicht unnötig zu verkomplizieren. Bank-Manager haben sich immer wieder über die Komplexität der Stresstests beschwert.

Nur wer die Tests, die aus qualitativen und quantitativen Elementen bestehen, besteht, darf seinen Aktionären eine Dividende zahlen und Aktien zurückkaufen. Citigroup, Wells Fargo und die Deutsche Bank waren in den vergangenen Jahren durchgefallen und mussten nachbessern.