US-Notenbankchefin Yellen verteidigt Finanzmarktregulierungen gegen Trump-Kritik

US-Notenbankchefin Janet Yellen hat die im Zuge der Finanzkrise eingeführten Regulierungen für den Finanzsektor gegen die anhaltende Kritik aus dem Weißen Haus verteidigt

US-Notenbankchefin Janet Yellen hat die im Zuge der Finanzkrise eingeführten Regulierungen für den Finanzsektor gegen die anhaltende Kritik aus dem Weißen Haus verteidigt. Die Maßnahmen hätten das "Finanzsystem sicherer" gemacht, ohne die Kreditvergabe oder das Wirtschaftswachstum zu beschränken, sagte sie am Freitag bei einer internationalen Experten-Konferenz in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming. Dort sollte sich später auch EZB-Präsident Mario Draghi äußern.

Die Banken hätten etwa wegen der auferlegten Stresstests ihr Finanzpolster für etwaige künftige Krisen verstärkt sowie ihr Risikomanagement verbessert, führte Yellen aus. Zugleich warnte sie vor einem allzu "exzessiven Optimismus". Niemand könne sicher sein, dass sich eine Finanzkrise wie 2008 nicht wiederhole, sagte sie.

US-Präsident Donald Trump hat die Regulierungen für den Finanzsektor stets kritisiert. So bezeichnete er unter anderem das sogenannte Dodd-Frank-Gesetz, das nach der Krise verabschiedet worden war, als "Katastrophe". Es schreibt den Finanzinstituten unter anderem eine höhere Eigenkapitalquote vor, um ihre Überschuldung zu verhindern. In Trumps Augen erschwert es die Kreditvergabe an US-Unternehmen.

Zur aktuellen Geldpolitik der US-Notenbank Fed äußerte sich Yellen nicht. Erst Ende Juli hatte die Notenbank den Leitzins unverändert gelassen und auch offengelassen, ob es in diesem Jahr weitere Zinserhöhungen geben könnte.