US-Notenbank lässt Leitzins unverändert

Der Sitz der Federal Reserve in Washington

Die US-Notenbank Federal Reserve hat den Leitzins unverändert gelassen. Dies teilte die Fed am Mittwoch in Washington nach einer Sitzung ihres zuständigen Ausschusses mit. Der Zins bleibt damit auf dem Niveau zwischen 1,0 und 1,25 Prozent.

Die Entscheidung der Fed entsprach der vorherrschenden Erwartung der Analysten, die nicht mit einem Anheben des Zinssatzes zum jetzigen Zeitpunkt gerechnet hatten. Die Notenbank erklärte jedoch, dass die US-Wirtschaft trotz der Folgen der Hurrikane weiterhin in einem "soliden Rhythmus" wachse. Dies dürfte die Erwartungen verstärken, dass die Notenbank bei ihrer nächsten anstehenden Entscheidung im Dezember den Satz etwas nach oben schrauben könnte.

Seit dem Wahlsieg des heutigen Präsidenten Donald Trump vor knapp einem Jahr hat die Fed den Zins bereits dreimal erhöht, allerdings nur leicht. Das bislang letzte Mal geschah dies im Juni. In den Jahren nach der Finanzkrise von 2008 hatte die Fed noch einen Nullzinskurs verfolgt, um die Konjunktur anzuschieben.

Die jetzige Zinsentscheidung wurde von der Spannung angesichts der bevorstehenden Erklärung von Trump zur künftigen Führung der Notenbank überlagert. Der Präsident will am Donnerstag bekanntgeben, mit wem er den Chefposten bei der Fed besetzen will.

Die Amtszeit der bisherigen Notenbankchefin Janet Yellen läuft im Februar aus. Zwar hat Trump die Option, Yellen für eine weitere Amtszeit zu ernennen, doch gilt dies als eher unwahrscheinlich.

Aus aussichtsreichster Nachfolgekandidat wurde in US-Medien zuletzt der frühere Finanzinvestor Jerome Powell gehandelt, der seit 2012 dem Gouverneursrat der Fed angehört. Powell tritt wie Yellen für eine moderate Zinspolitik ein.

Ein weiterer denkbarer Kandidat ist der Wirtschaftswissenschaftler John Taylor von der Universität Stanford. Die Entscheidung über den Fed-Vorsitz bedarf der Zustimmung des Senats.