US-Notenbank lässt Leitzins unverändert

Die US-Notenbank Federal Reserve hat den Leitzins erneut unverändert gelassen. Die Fed gab außerdem bekannt, dass sie ihr nach der Finanzkrise des Jahres 2008 gestartetes milliardenschweres Investitionsprogramm zur Stützung der US-Konjunktur graduell einstellen wird

Die US-Notenbank hat den Leitzins unverändert gelassen. Er bleibt damit auf dem Niveau von 1,0 bis 1,25 Prozent, wie die Federal Reserve am Mittwoch in Washington nach einer Sitzung ihres zuständigen Ausschusses mitteilte. Die Zentralbank ließ offen, ob es in diesem Jahr weitere Zinserhöhungen geben könnte. Sie erklärte lediglich, dass sie die Entwicklung der US-Inflation "genau" verfolge.

Die Zinssteigerung ist das Instrument der Notenbanken, um die Preissteigerung zu bremsen. Derzeit bewegt sich die US-Inflationsrate aber noch unter dem Niveau von zwei Prozent, welches die Fed als besten Wert für die Preisstabilität und eine gesunde Arbeitsmarktsituation betrachtet.

In diesem Jahr hatte die Notenbank den Leitzins bereits zwei Mal leicht angehoben. Seit Dezember 2015 gab es nun inzwischen vier Zinserhöhungen, drei davon seit dem Wahlsieg des heutigen Präsidenten Donald Trump im vergangenen November. Zuvor hatte die Notenbank als Reaktion auf die Finanzkrise von 2008 einen jahrelangen Kurs der Nullzinsen gefahren.

Trump hatte die Notenbankchefin Janet Yellen im Wahlkampf heftig attackiert. Er warf ihr seinerzeit vor, eine "politisch" motivierte Zinspolitik zu betreiben: Sie halte den Leitzins künstlich niedrig, um die Wirtschaftsbilanz des damaligen Präsidenten Barack Obama aufzumöbeln.

Seit seinem Wahlsieg erneuerte Trump diese Kritik aber nicht. In einer seiner vielen Kehrwenden lobte er die Fed-Chefin im April sogar. Dennoch wird in Washington weiterhin darüber spekuliert, dass er Yellen nach Ende ihrer laufenden Amtszeit im Februar 2018 von dem Posten entfernen könnte.