US-Milliardärin Victoria Mars bricht ihr Schweigen – für eine bessere Welt


Das Schloss Leopoldskron ist so etwas wie die neue Heimat von Victoria Mars. Denn die frühere Aufsichtsratschefin des amerikanischen Lebensmittelkonzerns Mars, zu dem die Marken Milkyway, Wrigley’s und Uncle Ben’s gehören, leitet die gemeinnützige Organisation „Salzburg Global Seminar“.

In dem imposanten Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert, das einst als Drehort für den Kultfilm „The Sound auf Music“ fungierte, versammeln sich seit Jahrzehnten die Mächtigen aus Politik, Wirtschaft und Kultur zum gedanklichen Austausch. Die Idee des Seminars wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als von drei Harvard-Studenten geboren. Als „intellektueller Marshall-Plan“, wie es die Veranstalter selbst bezeichnen. Das Ziel: Weltoffenheit und Toleranz fördern.

Das will auch Victoria Mars tun. Bis 2017 war die heute 61-Jährige als Aufsichtsratsvorsitzende des verschwiegenen Familienkonzerns mit rund 35 Milliarden Dollar Umsatz und 100.000 Mitarbeitern voll beschäftigt. Die vielfache Milliardärin, die acht Prozent der Anteile an Mars hält, war wie andere Familienmitglieder auch sehr geübt darin, beharrlich zu schweigen. Die Yale-Absolventin, deren Familie seit einem halben Jahrhundert ein Haus im österreichischen Pinzgau besitzt und dort zum Teil auch aufwuchs, bricht nun das Schweigegelübde – ihrer neuen Aufgabe zuliebe.


„Was mich hier beim Salzburg Global Seminar reizt, ist die Möglichkeit, Leute aus aller Welt zusammenzubringen, um Probleme zu diskutieren, aber auch, um Lösungen zu suchen“, verriet die vierfache Mutter den „Salzburger Nachrichten“. „So versuchen wir, die Welt ein Stück weit zu verändern.“ Ihre Erfahrungen als Mitglied der vierten Generation des Familienkonzerns will sie nun nutzen.

Sie sei bei Mars lange in der Funktion der Ombudsfrau gewesen. Das bedeute: „Schauen, welche Probleme es gibt, zuhören, darüber reden und versuchen, Lösungen zu finden. Es liegt mir also im Blut, Leute zusammenzubringen“, sagt Mars. Das funktioniere aber nur hinter verschlossenen Türen, erklärt die Unternehmerin. „So kann es ehrliche Diskussionen geben.“