US-Metropolen verschärfen wegen explodierender Corona-Zahlen die Vorschriften

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Plakat für Ärzte und Pfleger in Los Angeles
Plakat für Ärzte und Pfleger in Los Angeles

Angesicht drastisch steigender Infektionszahlen haben mehrere Städte und Regionen in den USA die Corona-Maßnahmen erneut verschärft: Unter anderem gilt seit Freitag in der für ihr Nachtleben berühmt-berüchtigten Ostküstenmetropole New York eine Sperrstunde für Bars und Restaurants. In der drittgrößten Stadt Chicago rief Bürgermeisterin Lori Lightfoot die Menschen auf, das Haus nur noch in absolut notwendigen Fällen zu verlassen.

Im gesamten Bundesstaat New York müssen alle Einrichtungen, die eine Lizenz zum Verkauf von Alkohol haben, nun um 22.00 Uhr schließen, wie Gouverneur Andrew Cuomo verkündete. Zudem sind Zusammenkünfte mit mehr als zehn Menschen verboten.

New York war einer der ersten Corona-Hotspots in den USA, inzwischen sind nahezu alle Regionen heftig von dem Virus erfasst. Derzeit erlebt das Land vielerorts bereits die dritte - und schlimmste - Anstiegswelle der Neu-Infektionen. Aktuell sterben in den USA nach Angaben des Covid Tracking Project täglich mehr als tausend Menschen an Covid-19.

Angesichts der dramatischen Entwicklung appellierte Chicagos Bürgermeisterin Lightfoot an die 2,7 Millionen Bewohner der Stadt, ab Montag de facto zu Hause zu bleiben. Ausnahmen sollten nur noch Wege zur Arbeit oder zur Schule sein, erklärte sie am Donnerstag (Ortszeit). "Jeder einzelne von uns, muss jetzt mithelfen und Chicago schützen."

Zwar handele es sich formal nur um eine "Empfehlung", schrieb Lightfoot. Aber: "Es wird ausdrücklich dazu geraten, keine Gäste zu Hause zu empfangen, traditionelle Thanksgiving-Feierlichkeiten abzusagen und Reisen zu vermeiden." Privatfeiern dürften, wenn sie trotzdem stattfinden, nur mit maximal zehn Menschen veranstaltet werden.

Erst am Mittwoch hatte der Bundesstaat Illinois, in dem auch Chicago liegt, den Bewohnern zu dreiwöchiger Selbst-Isolation geraten. Auch dabei handelt es sich aber nicht um eine verpflichtende Regelung. Im ebenfalls besonders schlimm betroffenen Bundesstaat North Dakota erlaubte der Gouverneur inzwischen positiv getesteten Ärzten ohne Symptome, weiter auf Corona-Stationen zu arbeiten.

Unterdessen berichteten US-Medien, dass sich ein weiterer Berater von Präsident Donald Trump mit dem neuartigen Coronavirus infiziert habe. Corey Lewandowski gehört nach Informationen der Zeitung "New York Times" zu einer Gruppe von fünf Menschen, die sich bei einer Wahlparty im Weißen Haus am 3. November angesteckt haben könnten. Der 47-Jährige widersprach dieser Darstellung jedoch im Fernsehsender CNN und erklärte, er könne sich in Philadelphia angesteckt haben.

Seit Beginn der Pandemie haben sich in den USA mehr als 10,4 Millionen mit dem Virus infiziert; mehr als 242.000 Menschen sind nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität gestorben.

jes/ju