US-Medizintechnik-Standort wird erweitert


Mehr als 50.000 Mitarbeiter beschäftigt Siemens bereits in den USA – und es sollen noch mehr werden. Diese Botschaft schickte der Technologiekonzern am Ende einer mehrtägigen USA-Reise des kompletten Vorstands auch ins Weiße Haus. Am Freitag wurde der Grundstein gelegt für eine Erweiterung des Medizintechnik-Standorts Walpole. Siemens will 300 Millionen Dollar investieren und in den kommenden zehn Jahren bis zu 700 High-Tech-Arbeitsplätze schaffen.

Der Siemens-Vorstand tagt regelmäßig einmal im Jahr an einem Auslandsstandort. Diesmal waren die USA an der Reihe, und die Siemens-Manager nutzten die Gelegenheit zu vielen Gesprächen mit Politikern unterhalb von Präsident Donald Trump. Denn Senatoren und andere Mandatsträger wissen das Engagement ausländischer Konzerne, die in ihren Wahlkreisen Arbeitsplätze schaffen, zu schätzen. Governor Charlie Baker begrüßte das Investment von Siemens denn auch. Dank Firmen wie Siemens bleibe Massachusetts einer der führenden Standorte in den sogenannten Life Sciences.


Walpole ist für Siemens Healthineers ein wichtiger Entwicklungs- und Produktionsstandort in der Labordiagnostik, die USA sind der wichtigste Medizintechnik-Markt. Das Gesundheitswesen verändere sich gerade überall in der Welt – und das berge Chancen für Siemens, sagte der zuständige Vorstand Michael Sen. Seine Kollegin Lisa Davis betonte: „Siemens macht seit mehr als 160 Jahren Geschäfte in den USA.“

Dabei liefere man nicht einfach nur Produkte, sondern wolle sie auch in den USA für die USA entwickeln und produzieren. Eine Botschaft an Trump und dessen „America-First“-Politik. Laut Unternehmensangaben nutzen acht von zehn US-Krankenhäusern Siemens-Medizintechnik.

Siemens hat die Medizintechnik unter dem Namen Healthineers verselbstständigt. Geplant ist eine Börsennotierung – womöglich in den USA. Im vergangenen Geschäftsjahr machte die Division 13,5 Milliarden Euro Umsatz.