US-Landwirte sollen ab September Ausgleich für Strafzölle erhalten

Der schwelende Handelskrieg schürt bei vielen Landwirten in den USA Existenzängste. US-Präsident Trump will diese mit saftigen Subventionen lindern.


Die US-Regierung schützt US-Landwirte mit einem milliardenschweren Programm vor dem schwelenden Handelskrieg: Die Bauern können mit ersten Zahlungen der insgesamt versprochenen Subventionen in Höhe von 12 Milliarden Dollar im September rechnen, verspricht US-Landwirtschaftsminister Sonny Perdue.

US-Präsident Donald Trump hatte die Subventionen diese Woche angekündigt, um die Ängste einiger Landwirte zu lindern. Sie befürchten auf Grund des Handelskriegs aus wichtigen asiatischen Märkten ausgeschlossen zu werden. Als Reaktion auf von den USA verhängten Zöllen, hatte China Gegenzölle unter anderem auf landwirtschaftliche Produkte verhängt.

„Die Zahlungen können im September und teilweise auch im Oktober fällig werden,“ sagt Perdue. „Das ist abhängig davon, wann die Landwirte den entsprechenden Antrag stellen.“ Die Mittel für das Programm seien vom Landwirtschaftsministerium bereits genehmigt worden.



2019 keine Sondersubvention mehr

Die Subventionen erstrecken sich jedoch nur auf die laufende Erntesaison und nicht auf künftige, da Landwirte zum Zeitpunkt der Saat, die politischen Entwicklungen nicht hätten vorhersehen können. 2019, so Perdue, seien solche Hilfen nicht mehr notwendig, da sich die Bauern bis dahin an die neuen Umstände anpassen könnten.

Trump hatte zuletzt sogar gedroht, er könne Zölle auf chinesische Importe im Wert von 500 Milliarden Dollar verhängen – und damit alle Einfuhren aus dem Land. Der eskalierende Handelskrieg könnte das gesamte globale Wachstum hemmen und die Ausfuhren der amerikanischen Agrarindustrie noch stärker treffen.


Die Landwirte hätten laut Perdue eine „nachvollziehbare Angst“, dass ihnen wichtige Exportmärkte verwehrt bleiben, wenn die Handelskrieg sich noch weitere Monate oder Jahre fortsetzt. Denn Lieferanten aus Argentinien oder Brasilien seien in der Lage, die Lücke auf dem internationalen Markt zu füllen. „Ich hoffe aber natürlich, dass es nicht so weit kommen wird“, sagt Perdue. „Die Ambitionen der USA für den Welthandel sind es, alle Barrieren zu überwinden. Daher hoffen wir, das diese kleinen Auseinandersetzungen bald beigelegt sein werden.“

In Buenes Aires traf sich Perdue mit seinen Amtskollegen der G20-Länder. Er stellte den Export von Schweinefleisch als gutes Beispiel für den freien Handel im G20-Raum heraus. Auch stellte er eine baldige Einigung für das nordamerikanische Handelsabkommen Nafta in Aussicht.

Der mexikanischer Landwirtschaftsminister Baltazar Hinojosa Ochoa sagte, er hoffe auf ein Ende der Verhandlungen in den nächsten zwei Monaten. Gleichzeitig soll Mexiko jedoch auch mit Argentinien über den Import von Mais und Weizen verhandeln. Diese bezieht das Land im Moment fast ausschließlich aus den USA.

Perdue erwatet Sojabohnen-Käufe durch EU

Perdue äußerte auch die Erwartung an die Europäische Union, bald eine Initiative zu starten, um mehr Sojabohnen aus den USA einzukaufen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte Trump bei einem Treffen in Washington zugesichert, dass Europa mehr Sojabohnen kaufen wolle.