US-Komiker Jerry Lewis mit 91 Jahren gestorben

Jerry Lewis 1974 in Paris

Vorhang zu für eine Entertainer-Legende: Der US-Komiker und Entertainer Jerry Lewis ist tot. Im Alter von 91 Jahren starb er am Sonntagmorgen (Ortszeit) in seinem Haus Las Vegas, wie sein Agent mitteilte. Lewis war der Großmeister des Filmklamauks in den USA: Seit den 1950-er Jahren spielte er in mehr als 60 Filmen mit, sein grimassierfreudiges Knautschgesicht erheiterte Millionen.

Lewis betrieb Slapstick mit vollem Körpereinsatz - und mit großem Erfolg auch in Europa. Das Publikum liebte die Blödeleien des Leinwand-Kaspers mit den unverwechselbar rollenden Pupillen. In den 1950-er und 1960-er Jahren kam fast jährlich ein neuer Lewis-Streifen in die Kinos.

Geboren wurde Lewis am 16. März 1926 in Newark bei New York unter dem Namen Joseph Levitch als Sohn einer russischstämmigen jüdischen Familie. Mit fünf Jahren stand er zum ersten Mal singend auf einer Bühne, mit 15 trat er mit einem eigenen Comedy-Programm auf - zunächst aber nur mit begrenztem Erfolg.

Lewis' Karriere kam nach 1946 ins Rollen, als er sich mit dem Sänger Dean Martin zusammentat. Als Duo traten sie zehn Jahre lang erfolgreich in 17 Filmen und zahlreichen Shows auf - Martin sang, Lewis blödelte nach Herzenslust.

1956 trennte sich das Star-Duo, Lewis schlug eine Solo-Karriere in Hollywood ein. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen Werke wie "Der verrückte Professor" von 1963 und "Wo, bitte, geht's zur Front?" von 1970.

Auch als Regisseur, Autor und Produzent wirkte Lewis. In fortgeschrittenem Alter reüssierte er auch im ernsten Fach - etwa 1982 in dem Martin-Scorsese-Film "King of Comedy" an der Seite von Robert de Niro und 1993 im Film "Arizona Dream" von Emir Kusturica.

Großes Ansehen erwarb sich Lewis als großzügiger Wohltäter. Jahrzehntelang verschrieb er sich dem Kampf gegen die Muskelschwundkrankheit Dystrophie. Im Laufe von 45 Jahren sammelte er mehr als 2,4 Milliarden Dollar (über zwei Milliarden Euro) an Spenden für den Kampf gegen die Krankheit ein, unter anderem durch eine jährliche TV-Show in den USA. Für sein Engagement wurde er 1977 für den Friedensnobelpreis nominiert.

Lewis selbst hatte in seinem langen Leben immer wieder mit Krankheiten zu kämpfen. 1982 war er nach einem Herzinfarkt zunächst für klinisch tot erklärt worden. Zehn Jahre später bekam er Prostatakrebs, 1997 wurde dann Diabetes diagnostiziert. Im Jahr 2000 erkrankte er an einer Hirnhautentzündung.

Den Krankheiten geschlagen geben wollte er sich aber nicht. "Ich muss erst noch zu Ende bringen, was ich angefangen habe", sagte er 2010 der "Los Angeles Times". "Ich will das tun, bevor ich abtrete."