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Das US-Juwel, das die Bundesliga erobern will

Unbekümmert auf dem Feld, smart am Mikrofon. Paxten Aaronson zieht in seinen ersten Tagen bei Eintracht Frankfurt mächtig die Blicke auf sich. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Der US-Amerikaner, der für rund vier Millionen Euro aus Philadelphia kam und einen Vertrag über viereinhalb Jahre unterzeichnete, sollte ursprünglich behutsam aufgebaut werden.

Im Zentrum droht in den kommenden 18 Monaten schließlich ein größerer Umbruch: Daichi Kamadas Vertrag läuft aus, Djibril Sow strebt nach England und Sebastian Rode wird 2024 seine Karriere beenden. Kommt Aaronson schon früher als gedacht zu seinen ersten Einsätzen auf höchster Ebene?

Aaronson hinterlässt gleich einen guten Eindruck

Wenn ein 19-Jähriger in neuer Umgebung startet und im ersten Test gegen Leipzig sofort den Freistoß zieht, der zum Führungstor führt, dann deutet das auf eine besondere Qualität hin und hinterlässt einen guten Eindruck. (DATEN: Spielplan der Bundesliga)

Sein Trainer Oliver Glasner stellte beim Trainingslager in Dubai fest: „Es zeichnet diese amerikanische Mentalität aus, dass sie sich keine großen Gedanken machen. Sie denken nicht so viel darüber nach, was sie machen dürfen.“

Frei nach dem Slogan: „Yes We Can“ statt Zweifel und Sorge. Aaronson lebt dieses Motto förmlich vor, versteckt sich nicht und bleibt dabei dennoch demütig. Er saugt förmlich alles auf, ist neugierig und wissbegierig. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Wenn Glasner auf ihn einredet und ihm seine Ideen näherbringt, dann sagt er: „Das hilft mir enorm, wenn er mir als jungem Spieler so viel vermitteln möchte.“ Einerseits möchte Aaronson von Stars wie Kevin Trapp, Mario Götze oder Sebastian Rode lernen. Andererseits stellt das Juwel klar: „Wenn die Chance kommt, dann will ich sie nutzen.“

Physisch muss Aaronson noch zulegen

Aaronson jedenfalls brennt vor Ehrgeiz: „Ich will lernen, jeden Tag besser werden und immer einen Schritt weitergehen, um ein besserer Spieler zu werden.“

Wirft er den Eintracht-Plan über den Haufen und startet früher als gedacht durch? Krösche und Glasner wären sicherlich nicht böse, wenn sie sich in ihrem Vorhaben getäuscht hätten, wenngleich sie den Druck von ihm fernhalten und geduldig bleiben werden.

Ein Tourist will der Bruder von Brenden Aaronson, der über die Station Salzburg bereits in der Premier League bei Leeds United landete, nicht sein. Natürlich muss Paxten Aaronson physisch noch deutlich zulegen, 63 Kilogramm verteilen sich auf 1,75 Meter Körpergröße.

Bestes Beispiel ist Mitspieler Jesper Lindström, der zu Beginn leicht weggeschoben wurde, inzwischen aber sehr stabil in Zweikämpfen agiert. Diese Entwicklung wird auch Aaronsons Ziel sein.

Lizenzspielerleiter Hardung fädelte den Deal ein

Spielmacherqualitäten bringt der Hochveranlagte nämlich mit. Aaronson selbst sieht sich auf der Zehnerposition am besten aufgehoben, könne in einem 4-2-3-1-System aber auch die Flügel beackern. Seine Stärken sieht er in Torraumnähe, Defizite noch im Umschaltspiel. Alles erlernbar für den Offensivmann.

Hauptverantwortlich für diesen Transfer war neben Krösche übrigens auch Timmo Hardung, Leiter der Lizenzspielerabteilung. Aaronson verriet: „Timmo Hardung kontaktierte mich, er beobachtete mich beim Training. Wir haben uns in Philadelphia zum Essen getroffen, hat mir den Plan erklärt.“

Die Eintracht sei danach seine „erste Wahl“ gewesen. In Frankfurt will sich der U20-Nationalspieler, der bereits 37 MLS-Partien bestritten hat, durchsetzen und die Bundesliga erobern.