US-Justiz lässt Anklagen gegen Erdogan-Leibwächter wegen Prügelattacke fallen

Die US-Justiz hat stillschweigend die Anklagen gegen elf Leibwächter des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan fallen gelassen. Vier Verfahren seien im November und sieben im Februar eingestellt worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Washington, Bill Miller, der Nachrichtenagentur AFP. Die Leibwächter waren verdächtigt worden, während Erdogans Besuch in Washington im Mai gewaltsam gegen friedliche kurdische Demonstranten vorgegangen zu sein.

Gründe für die Einstellung der Verfahren nannte Miller nicht. Die Anklagen wurden im Februar einen Tag vor einer Reise des damaligen US-Außenministers Rex Tillerson in die Türkei fallen gelassen - obwohl die Justiz nach eigenen Angaben über zahlreiche Beweise verfügt hatte. Das US-Außenministerium erklärte, es habe keinen Einfluss auf die Verfahren genommen.

Insgesamt waren 19 Sicherheitsbeamte Erdogans in den USA angeklagt worden, darunter 15 Leibwächter. Der türkische Staatschef verurteilte die Verfahren damals als "skandalös". Bislang erschienen erst zwei Verdächtige vor Gericht. Die beiden US-Türken wurden im Dezember zu einem Jahr Haft verurteilt. Nach Angaben des Gerichts in Washington sind die Verfahren gegen vier türkische Leibwächter weiter anhängig.