US-Justiz beschuldigt nach Massenmord von Las Vegas Munitionslieferanten

Das "Mandala Bay" in Las Vegas

Die US-Justiz hat nach dem Massaker von Las Vegas mit 58 Toten einen mutmaßlichen Munitionslieferanten des Heckenschützen beschuldigt. Douglas Haig soll ohne Lizenz panzerbrechende Munition hergestellt und diese an den Schützen Stephen Paddock verkauft haben, wie Staatsanwältin Dayle Elieson am Freitag (Ortszeit) mitteilte.

Der 55-Jährige wurde nach seiner Festnahme gegen Kaution freigelassen. Eine Anhörung vor einem Gericht in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona wurde auf den 15. Februar festgelegt. Bei einer Verurteilung drohen Haig bis zu fünf Jahre Haft und 250.000 US-Dollar Geldstrafe.

Paddock soll Haig im vergangenen September in dessen Haus nahe Phoenix besucht haben, um panzerbrechende Munition zu kaufen, wie die Staatsanwaltschaft erklärte. Demnach wurden im Hotelzimmer, von dem aus Paddock am 1. Oktober auf die Besucher eines Countrymusik-Festivals schoss, nicht abgefeuerte Kugeln mit Haigs Fingerabdrücken gefunden.

Der Beschuldigte hatte zuvor eine Internetseite betrieben, über die er panzerbrechende Munition in eine Reihe von US-Bundesstaaten kaufte. Solche Geschossen können Panzerungen durchbrechen und gelten als besonders gefährlich.

Der 64-jährige Paddock hatte unbemerkt ein ganzes Arsenal von Schusswaffen in ein Zimmer im 32. Stock des "Mandala Bay"-Hotels in Las Vegas gebracht. Von dort aus feuerte er am 1. Oktober in die Besuchermenge bei einem Countrymusik-Festival. Er tötete 58 Menschen und verletzte Hunderte weitere, bevor er sich selbst das Leben nahm.

Es handelte sich um das schlimmste Schusswaffenmassaker der jüngeren US-Geschichte. Paddocks Motive liegen bis heute im Dunkeln. Der Polizeichef von Las Vegas erklärte Mitte Januar, es würden in dem Fall Ermittlungen gegen ein Individuum von "Interesse" laufen.