Die Aktienmärkte geraten nach einem deutlichen US-Inflationsanstieg unter Druck. Der Dax berappelt sich wieder, die US-Indizes geben nach.

Die Verbraucherpreise in den USA sind im Januar um 2,1 Prozent gestiegen. Erwartet worden waren lediglich 1,9 Prozent. Im Dezember hatte die Teuerung ebenfalls bei 2,1 Prozent gelegen. Der Dow Jones startete daher mit Abschlägen in den Handel. Zum Handelsauftakt stand der Dow Jones bei 24.553 Punkten etwa 0,35 Prozent im Minus.

Die Kerninflation – ohne die stark schwankenden Preise für Energie und Nahrungsmittel – lag 1,8 Prozent (Prognose: 1,7) über dem Wert des Vorjahresmonats. Das gab die US-Regierung am Mittwochnachmittag bekannt. Zum Vormonat zogen die Preise im Januar um 0,5 Prozent an. Experten hatten lediglich mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet.

An den Märkten werden die Werte so interpretiert, dass die US-Notenbank bald mit Zinserhöhungen auf die stärkere Preissteigerung reagieren könnte. Daher sind Aktien unter Druck geraten und die Renditen für US-Staatspapiere gestiegen.


Der Dax hatte um kurz nach 14.30 Uhr schlagartig sein zwischenzeitliches leichtes Kursplus abgeben und war fast senkrecht um ein Prozent gefallen. Er notierte um 14.40 Uhr etwa 0,7 Prozent unter dem Niveau des Vortags, konnte danach das Minus aber wieder reduzieren. Um 15.38 Uhr liegt der Index bei 12.225 Punkten und ist damit 0,23 Prozent höher als am Vortag.

Unmittelbar nach der Verkündung waren die Terminkontrakte für die wichtigen Indizes Dow Jones und S & P etwa ein Prozent ins Minus gedrückt worden. Die Renditen von US-Staatsanleihen zogen als erste Reaktion deutlich an, der Euro gab gegenüber dem Dollar nach. Ein Euro kostete am Nachmittag 1,2306 Dollar, ein Minus von 0,35 Prozent gegenüber dem Vortag.

Zuletzt hatten Befürchtungen über ein deutlicheres Anziehen der Preise Spekulationen auf schneller steigende Zinsen in der weltgrößten Volkswirtschaft ausgelöst. An den Märkten, die seit der Finanzkrise vor zehn Jahren am Tropf der Notenbank hängen, hatte dies zu einer teils panikhaften Flucht aus Aktien geführt. „Die Fed wird ihre Geldpolitik weiter straffen, um die Inflation nicht weiter ansteigen zu lassen“, sagte Stratege Thomas Altmann vom Handelshaus QC Partners. Und Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner sagte: „Wir rechnen mit vier US-Zinserhöhungen in diesem Jahr - auch wegen der guten Konjunktur. Das Vertrauen der Notenbank, dass sich die Inflation in ihren Zielbereich bewegt, nimmt durch solche Zahlen zu“.


Angesichts des Aufschwungs hat die Fed den Leitzins im Dezember auf die Spanne von 1,25 bis 1,5 Prozent angehoben und drei weitere Schritte für 2018 signalisiert. Experten erwarten die nächste Zinserhöhung im März.

Die US-Notenbank, die Vollbeschäftigung und stabile Preise fördern soll, hat das erste Ziel praktisch erreicht. Bei den Preisen ist sie jedoch noch nicht ganz so weit. Die Währungshüter achten hier besonders auf Preisveränderungen bei persönlichen Verbraucherausgaben (PCE) ohne Energie- und Nahrungsmittelkosten. Hier lag die Steigerungsrate zuletzt bei 1,5 Prozent und damit unter dem Ziel der Fed von 2,0 Prozent.