US-Handelstribunal lehnt Strafzölle gegen Bombardier ab

dpa-AFX

WASHINGTON (dpa-AFX) - Rückschlag für Boeing und US-Präsident Donald Trump: Im Handelsstreit mit Kanada hat eine wichtige Behörde den vom US-Flugzeugbauer erhobenen Vorwurf illegaler Subventionen für den Rivalen Bombardier zurückgewiesen. Die Lieferung von Flugzeugen der Baureihe "CSeries" aus Kanada schade der US-Industrie nicht, befand die für gewerbliche Rechtskonflikte zuständige Schiedsstelle US International Trade Commission (ITC) am Freitag. Mit der Entscheidung wird auch Strafzöllen in Höhe von fast 300 Prozent die Grundlage entzogen, die Trumps Regierung gegen Bombardier verhängen wollte.

Boeing hatte den kanadischen Konkurrenten beschuldigt, nur durch unfairen Preiswettbewerb und verbotene staatliche Förderung einen Großauftrag bei der US-Fluggesellschaft Delta Air Lines gewonnen zu haben. Die ITC-Entscheidung fiel mit vier zu null Stimmen, was einer krachenden Niederlage für Boeing gleichkommt. Gleiches gilt für Trump und sein Handelsministerium, das sich in dem Konflikt auf die Seite von Boeing geschlagen hatte und ungewöhnlich hohe Anti-Dumping-Zölle auf die streitigen Bombardier-Flieger verhängen wollte.

Bombardier feierte die Entscheidung in einem Statement als "Sieg für Innovation, Wettbewerb und Rechtmäßigkeit". Die Aktien der Kanadier schossen in Toronto um rund 15 Prozent nach oben. Boeing zeigte sich enttäuscht. Eine ausführliche Begründung der ITC dürfte erst in den nächsten Tagen folgen. Die USA liegen in Sachen Handelspolitik generell im Clinch mit ihren Nachbarn Kanada und Mexiko - Trump sieht sein Land unfair behandelt und droht, den Freihandelspakt Nafta aufzukündigen. Seit Monaten verhandeln die Partnerländer über eine Neugestaltung des Abkommens - bislang jedoch mit wenig Erfolg.