US-Handelsminister Ross verteidigt Geschäfte mit Verbindung zu Russland

US-Handelsminister Ross

US-Handelsminister Wilbur Ross hat seine persönlichen Geschäfte verteidigt, die laut Enthüllungen durch die "Paradise Papers" eine Verbindung nach Russland haben. Die Medien hätten "viel mehr daraus gemacht" als die Sache wert sei, sagte Ross dem britischen Rundfunksender BBC am Montag am Rande einer Konferenz in London. Es gebe jedoch daran nichts "Ungehöriges".

Ross hält laut der "Süddeutschen Zeitung" über verschiedene Fonds auf den Kaimaninseln 31 Prozent an der Reederei Navigator, die den russischen Energiekonzern Sibur zu ihren größten Kunden zählt. Sibur wird von Vertrauensleuten des russischen Präsidenten Wladimir Putin, darunter der mit US-Sanktionen belegte Geschäftsmann Gennadi Timschenko, und seinem Schwiegersohn Kirill Schamalow kontrolliert.

Diese Verbindung sei dem US-Senat offenbar nicht bekannt gewesen, als er Ross Anfang 2017 für das Ministeramt bestätigt habe, schreibt die "SZ". Bei Amtsantritt reduzierte Ross den Dokumenten zufolge seine persönliche Beteiligung an Navigator. Doch werden seine Investitionen nach US-Angaben immer noch auf zwei bis zehn Millionen Dollar (1,7 bis 8,6 Millionen Euro) geschätzt.

Sibur sei ein sehr großes Unternehmen, das "einfach einige Schiffe" bei Navigator gechartert habe, sagte Ross der BBC. "Da gibt es keine Verflechtung von Aufsichtsräten, von Anteilseignern, ich hatte nichts zu tun mit den Verhandlungen über den Deal", fügte der Minister von US-Präsident Donald Trump hinzu.

Die Verhandlungen hätten stattgefunden, bevor er in den Aufsichtsrat von Navigator gerückt sei, sagte der 79-jährige Milliardär. Vor allem aber sei Sibur nie Gegenstand von Sanktionen gewesen. "Es gibt nichts, das auch nur im geringsten unzulässig wäre."