US-Großinvestor Dan Loeb setzt Nestlé unter Druck

L'Oréal-Werk in Rambouillet bei Paris

Der Schweizer Lebensmittelriese Nestlé ist unter massiven Druck des US-Großinvestors Dan Loeb geraten, der eine neue Unternehmensstrategie verlangt. Loebs Hedgefonds Third Point erwarb einen Anteil von 1,3 Prozent im Wert von etwa 3,1 Milliarden Euro am größten Nahrungsmittelkonzern der Welt, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Sonntag unter Berufung auf einen Third-Point-Brief berichtete.

Loeb verlangt unter anderem, dass Nestlé seine Gewinnmargen erhöht, Aktien zurückkauft und seine Anteile an L'Oréal abstößt. Das Schweizer Unternehmen besitzt etwa 23 Prozent des französischen Kosmetikkonzerns, was laut Bloomberg-Berechnungen einem Wert von umgerechnet etwa 24 Milliarden Euro entspricht.

Loeb gehört zur Gruppe sogenannter aktivistischer Investoren, die aggressiv auf Veränderungen in den von ihnen anvisierten Unternehmen dringen, um die Gewinne für die Anleger zu steigern. Der Einstieg bei dem Schweizer Lebensmittelkonzern ist Loebs bislang größte Investition.

"Man findet selten ein Unternehmen von der Qualität Nestlés, in dem es derart viele Wege für Verbesserungen gibt", hieß es in dem Third-Point-Schreiben. Der Fonds bemängelt, dass der Konzern sich nicht genügend dem Wandel von Verbraucher-Vorlieben und Kaufgewohnheiten angepasst habe. Die Umsatzzuwächse bei Nestlé waren im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit einem Jahrzehnt gesunken.

Der Einstieg von Loeb erhöht den Druck auf den aus Deutschland stammenden Nestlé-Chef Ulf Mark Schneider, der den Posten zu Jahresbeginn angetreten hatte. Schneider hat bereits begonnen, den Schwerpunkt des Unternehmens auf gesündere Nahrungsmittel zu verlegen. Third Point lobte Schneiders Berufung an die Unternehmensspitze und forderte ihn auf, ehrgeizige Ziele zu verfolgen.