US-Gouverneurin verteidigt Verschärfung von Corona-Maßnahmen

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WASHINGTON (dpa-AFX) - Die Gouverneurin des US-Bundesstaates Michigan, Gretchen Whitmer, hat schärfere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verteidigt. "Wir befinden uns in den schlimmsten Wochen dieser Pandemie. Wir machen das seit neun Monaten durch und im Moment sind die Zahlen so schlimm wie noch nie, und deshalb müssen wir aggressive Maßnahmen ergreifen", sagte Whitmer am Montag dem Sender MSNBC. Angesichts des "Machtvakuums" in Washington sei es Aufgabe der Gouverneure, alles mögliche zu tun, um Leben zu retten, und den Rat der Gesundheitsexperten zu befolgen.

USA-weit liegt die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen binnen 24 Stunden seit fast zwei Wochen bei über 100 000. Mehrere Bundesstaaten hatten am Wochenende Corona-Maßnahmen verschärft. In Michigan dürfen Restaurants vorerst nur noch außer Haus verkaufen. Wer kann, soll von Zuhause aus arbeiten.

Der von dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump derzeit bevorzugte Corona-Berater Scott Atlas, ein Radiologe, twitterte daraufhin: "Das endet nur, wenn die Menschen sich erheben." Atlas ist ein Gegner solcher Beschränkungen und zweifelt die Nützlichkeit von Masken an. Der Tweet war zusätzlich brisant, weil erst vor wenigen Wochen eine Gruppe festgenommen wurde, die Whitmer nach Erkenntnissen von Ermittlern wegen vorheriger Corona-Maßnahmen entführen wollte. Atlas schrieb später, er wolle nicht zu Gewalt aufrufen. Whitmer sagte, Atlas' Tweet habe ihr den Atem verschlagen.

Der renommierte US-Immunologe Anthony Fauci, der auch der Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses angehört, kritisierte Atlas' Äußerungen. "Ich bin absolut nicht einverstanden mit dem Standpunkt, den er einnimmt", sagte Fauci dem Sender NBC News.