US-Giganten bleiben Weltspitze


Als Siemens-Chef Joe Kaeser 2013 die Führung übernahm, nannte er es als eines seiner ersten Ziele, die Innovationskraft des Technologiekonzerns wieder zu stärken. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung hat er von vier Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2014 auf geplante 5,6 Milliarden Euro im laufenden Jahr aufgestockt. Wenn es nach Topmanagern weltweit geht, zeigt die Offensive Wirkung. Im neuesten Innovationsranking der Boston Consulting Group (BCG) konnte sich Siemens innerhalb eines Jahres von Platz 45 auf Platz 21 verbessern. Damit liegen die Münchener unter den deutschen Unternehmen vorn.

BCG hatte zum zwölften Mal 1000 Topmanager weltweit gefragt, welche Firma sie als besonders fortschrittlich bewerten und wie sie ihre eigene Firma einordnen. Auf Platz eins landete 2018 wie im Vorjahr Apple, erneut gefolgt von Google. Microsoft verbesserte sich auf Platz drei vor Amazon. Der Elektroauto-Pionier Tesla fiel vom dritten auf den sechsten Platz zurück.

„Ging es früher um Produkte, stehen heute Daten und Technologie im Fokus der Unternehmen“, sagt BCG-Deutschland-Chef Carsten Kratz. „Ob Firmen heute innovativ und erfolgreich sind, hängt davon ab, ob sie in unserer digitalen Welt die Daten, die ihnen zur Verfügung stehen, gut analysieren und nutzen.“


Nach Einschätzung der Topmanager gelingt dies US-Firmen derzeit offenbar besser als vielen deutschen Unternehmen. Diese büßten Plätze ein. Waren 2017 noch vier deutsche Unternehmen in den Top 20 – Bayer, BMW, Daimler und BASF), gelang dies diesmal keinem einzigen. BASF rutschte von Platz 20 auf 23. Am drittbesten schnitt Bayer auf Platz 27 ab. BMW fiel von Platz 14 auf 36 zurück, Daimler von 16 auf 33. „Die deutschen Autokonzerne müssen ihre starken Konzepte zu elektrischer und autonomer Mobilität, die sie in den vergangenen Jahren entwickelt haben, jetzt umsetzen“, sagte Kratz.

Insgesamt schafften es acht deutsche Firmen in die Top 50. Neueinsteiger in die Liste sind Adidas (Platz 35) und SAP (42).

Dass die US-Firmen an der Spitze liegen, kommt nicht überraschend. Schließlich investieren sie auch massiv. Bei den Budgets für Forschung und Entwicklung lag weltweit zuletzt Amazon mit 16,1 Milliarden Dollar vorn. Der Google-Konzern Alphabet folgte auf Platz zwei mit 13,9 Milliarden Dollar. Apple, das bei der BCG-Befragung vorn landete, investierte von Mitte 2016 bis Mitte 2017 laut einer Studie der Beratungsgesellschaft Strategy & , die zum Wirtschaftsprüfer PwC gehört, zehn Milliarden Dollar. Unter den deutschen Konzernen schnitt Volkswagen mit 12,2 Milliarden Dollar am besten ab.