US-Pharmakette CVS will Krankenversicherer Aetna übernehmen

US-Pharmakette CVS will Aetna kaufen

Die US-Pharmakette CVS will den Krankenversicherer Aetna übernehmen und dafür 69 Milliarden Dollar (58 Milliarden Euro) auf den Tisch legen. CVS gab den geplanten Deal am Sonntag bekannt, er soll in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres abgeschlossen sein. Die umfangreiche Fusion dürfte die US-Gesundheitsbranche gehörig verändern. Sie steht im Zeichen höherer Gesundheitsausgaben der Bürger sowie des vermuteten Einstiegs des Onlineriesen Amazon in die Branche.

CVS betreibt in den USA 9700 Apotheken und Drogerien, Aetna hat nach eigenen Angaben rund 44,6 Millionen Kunden in verschiedenen Gesundheitsbereichen. Über Verhandlungen der beiden Unternehmen war bereits im Oktober berichtet worden. Die geplante Fusion wurde nun von den Aufsichtsräten beider Firmen genehmigt, allerdings müssen noch die Regulierungsbehörden sowie die Aktionäre zustimmen.

Den Aetna-Aktionären werden nach Angaben von CVS für ihre Anteile 207 Dollar geboten, 145 Dollar in bar und 62 Dollar in neuen Anteilsscheinen. Die Schulden von Aetna eingerechnet kostet die Übernahme 77 Milliarden Dollar. Durch den Zusammenschluss werde eine für die Konsumenten "einfache und kostengünstige Plattform" für Gesundheitsangebote geschaffen, erklärte die Pharmakette. Der Zusammenschluss gilt als sogenannte vertikale Fusion - beide Firmen sind in nicht zueinander in Konkurrenz stehenden Bereichen tätig.

Der Deal fällt in eine Zeit, in der unter der Regierung von Präsident Donald Trump für zahlreiche US-Bürger und Unternehmen die Kosten für die Gesundheitsversorgung in die Höhe schnellen. Durch die Verschmelzung beider Firmen werde den Bürgern bei der Bewältigung der Kosten geholfen, erklärte CVS. Aetna-Chef Mark Bertolini führte an, der neue Zusammenschluss werde "wettbewerbsfähiger auf dem Markt" agieren können.

Zugleich dürften sich die Firmen auch für einen möglichen Einstieg von Amazon in die Branche wappnen. Zuletzt hatte es immer wieder Spekulationen gegeben, der Online-Versandhändler wolle in den Drogerie-Markt einsteigen.