US-Gericht stimmt Auslieferung von Panamas Ex-Präsident zu

Panamas Ex-Präsident Martinelli

Ein US-Gericht hat der Auslieferung von Panamas Ex-Präsident Ricardo Martinelli zugestimmt. Ein US-Bezirksgericht befand am Donnerstag, es gebe hinreichenden Tatverdacht für eine Auslieferung. Die Entscheidung, ob er ausgewiesen wird, obliegt jetzt der US-Regierung. Nach der Gerichtsentscheidung sagte ein Sprecher des ehemaligen Präsidenten dem panamaischen Fernsehsender Telemetro, dass Martinelli Berufung einlegen werde.

Von seiner Anwaltskanzlei in Miami wurde das noch nicht bestätigt. In Panama soll sich Martinelli wegen Korruption und der Bespitzelung politischer Gegner vor Gericht verantworten. Er war im Juni nahe Miami festgenommen worden, wo er seit 2015 lebt. Er hatte Panama verlassen, kurz bevor das Oberste Gericht ein Korruptionsverfahren gegen ihn eröffnete.

Der ehemalige Präsident soll unter anderem an der Veruntreuung von 45 Millionen Dollar (etwa 38 Millionen Euro) aus einem Schulessen-Programm beteiligt gewesen sein. Während seiner Amtszeit ließ er nach Einschätzung der Ermittler zudem rund 150 Oppositionspolitiker, Aktivisten, Journalisten und Unternehmer ausspähen. Martinelli hatte das zentralamerikanische Land von 2009 bis 2014 regiert. Er weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe als "politisch" motiviert zurück.