US-Forscher: Darum sollten wir mehr Insekten essen

In vielen Ländern landen Krabbeltiere jeden Tag auf dem Teller. (Bild: ddp Images)

Auf der Grünen Woche in Berlin werden sie schon als Superfood gehandelt: Insekten. Auch US-Wissenschaftler rufen jetzt dazu auf, die kleinen Krabbeltiere öfter als Fleischalternative in Erwägung zu ziehen – neue Forschungsergebnisse sprechen dafür.

Während bei vielen Menschen der Ekelfaktor alleine beim Gedanken an Käfer immer noch ziemlich hoch ist, befürworten US-Forscher den Verzehr der Krabbeltiere. Auch, weil neue Forschungen mit einem Irrglauben aufräumen können: „Für lange Zeit herrschte vorwiegend die Meinung, dass Säugetiere kein Enzym produzieren, das die Außenskelette von Insekten abbauen könnte, weshalb sie als sehr schwer verdaulich galten“, sagte Mareike Janiak, Doktorandin der Abteilung für Anthropologie und Medizin der Rutgers University, New Jersey, im Gespräch mit der hauseigenen Website „Rutgers Today“. „Wir wissen aus der Forschung über Fledermäuse und Mäuse, und jetzt durch meine Forschung an Primaten, dass das nicht stimmt.“ Die Studie unter der Leitung Janiaks wurde kürzlich im Magazin „Molecular Biology and Evolution“ veröffentlicht.

Während Europäer und Amerikaner sich eine Ernährung mit Insekten kaum vorstellen können, gehören die Krabbeltiere bereits für zwei Milliarden Menschen weltweit zur traditionellen Ernährung, heißt es laut Angaben der Vereinten Nationen. Käfer seien demnach eine reiche Quelle von gesunden Fetten, Proteinen, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien.

Auch Forscherin Janiak kann die Scheu vor den Krabbeltieren nicht verstehen. „Es ist schon interessant, dass viele Menschen, die Garnelen und Hummer mögen, denken, dass Insekten eklig seien“, sagt sie gegenüber „Rutgers Today“. „Dabei sind Meeresfrüchte irgendwie doch auch wie Unterwasserinsekten.“

Auch wenn es einigen Menschen nicht schmecken wird: Während die Weltbevölkerung weiter wächst und die Versorgung aller Menschen immer herausfordernder wird, würde es viele ökologische und ökonomische Vorteile mit sich bringen, hin und wieder zur frittierten Grille statt zum Steak zu greifen.