US-Football: Das Imperium schlägt zurück

Eli Harold (v.l.), Colin Kaepernick und Eric Reid erzürnen mit ihren Gesten den Präsidenten

Washington.  Wer fängt die meisten Pässe, erzielt dabei den größten Raumgewinn und schafft die meisten Touchdowns? Wenn sich Amerika an diesem Montag über die Ergebnisse des gestrigen Spieltags in der Football-Profiliga NFL beugt, sind konventionelle Statistiken eher Nebensache. Auf die Zahl der symbolischen Kniefälle kommt es an. Und ob es danach Beifallsstürme oder Pfeifkonzerte gab. Der Grund: Donald Trump.

Amerikas Präsident nutzte das Wochenende zwischen nordkoreanischer Atomgefahr und scheiternder Gesundheitsreform, um den zugkräftigsten Sport in den USA in einer lange schwelenden Debatte über Patriotismus und Rassismus brutal zu "tackeln". Er nannte Profis, die vor einer Partie beim traditionellen Abspielen der Hymne aus Protest gegen Polizeigewalt gegen Schwarze und soziale Ungerechtigkeit still niederknien anstatt wie üblich mit der rechten Hand auf dem Herzen andächtig zu stehen, "Hurensöhne". Er fordert die Klub-Besitzer auf, die schwarzen Schafe mit einem Berufsverbot zu belegen: "Sperren oder feuern." Er legte Millionen Fans den Boykott des jährlich 14 Milliarden Dollar umsetzenden Football-Zirkus' nahe, um so Wohlverhalten gegenüber den nationalen Symbolen zu erzwingen.

Klubbesitzer und Medien stellen sich gegen 71-Jährigen

Womit Trump bei seinen Tiraden auf Twitter nicht gerechnet hat: Das Sport-Imperium schlägt zurück. Zeitungen rufen zum kollektiven Kniefall auf, dem beim in London ausgetragenen Eröffnungsspiel zwischen den Baltimore Ravens und den Jacksonsville Jaguars prom...

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