US-Flüchtlingspolitik: Emotionales Wiedersehen von Mutter und Tochter nach Familientrennung

55 Tage waren Angelica Gonzalez-Garcia und ihre achtjährige Tochter voneinander getrennt. Nun gab es ein herzzerreißendes Wiedersehen. Unterdessen steht die US-Flüchtlingspolitik weiter scharf in der Kritik. Auch, weil offenbar wichtige Dokumente verloren gegangen sind.

Angelica Gonzalez-Garcia sieht ihre Tochter nach 55 Tagen Trennung wieder. (Bild-Copyright: CNN/Twitter)

Mutter und Tochter flohen aus Guatemala in die USA, weil sie in ihrer Heimat häuslicher Gewalt ausgesetzt waren. Das erzählte Mutter Angelica Gonzalez-Garcia CNN. Auf amerikanischem Boden waren sie schließlich von Grenzschützern aufgegriffen und voneinander getrennt worden.

55 Tage dauerte die Trennung der beiden, bis Gonzalez-Garcia ihre achtjährige Tochter am Flughafen von Boston wieder in die Arme schließen konnte. Der News-Sender CNN veröffentlichte das Video des emotionalen Wiedersehens auf Twitter.

“Sehen Sie die Wiedervereinigung von Angelica Gonzalez-Garcia und ihrer achtjährigen Tochter am Logan Airport in Boston in einem exklusiven CNN-Bericht. Gonzalez-Garcia und ihr Kind waren in Arizona für 55 Tage getrennt worden, nach dem sie aus Guatemala wegen häuslicher Gewalt geflohen waren.”

Viele Amerikaner verurteilen die Praxis, Kinder von ihren illegal eingewanderten Eltern zu trennen.

“Ich vermeide Laienpsychologie […] , aber ich bin Mutter und es bedrückt mich zu sehen, wie wenig Emotionen diese Kinder in den Wiedervereinigungsvideos zeigen. Geschockt sehen sie aus. Traumatisiert. Und nicht immer glücklich. Das macht mich wirklich traurig, weil so etwas vielleicht nie wieder heilt.”

Mittlerweile hat die US-Regierung die Praxis der Familientrennung wieder eingestellt. Dennoch befinden sich noch immer Tausende Kinder getrennt von ihren Eltern in Auffanglagern. Um die Rückführung der Minderjährigen zeitnah zu gewährleisten, ordnete ein kalifornisches Gericht nun an, dass die Trump-Administration eine vollständige Liste der Flüchtlinge vorzulegen hat. Darauf soll genau vermerkt sein, welches Kind zu wem gehört.

Die amerikanische Regierung hatte zunächst um Aufschub gebeten, da es sich nach ihren Aussagen schwierig gestalte, die Minderjährigen richtig zuzuordnen. Gründe für die Probleme seien unklare Familienverhältnisse, Inhaftierung der Eltern, aufwendige DNA-Tests und fehlende Dokumente.

Indes berichtet die “New York Times” darüber, dass Akten, die Informationen zu den Kindern und ihren Familien beinhalten, verschwunden oder eventuell sogar mutwillig zerstört worden sind.

“Akten, die Kinder ihren Eltern zuordnen sind verschwunden und in einigen Fällen sogar zerstört worden.”