US-Discounter Target: Eltern finden rassistische Botschaften in Windel-Boxen

Target ist nach Walmart der zweitgrößte Discount-Einzelhändler in den USA. (Bild: Getty Images/Bloomberg)

Im amerikanischen Bundesstaat Virginia wurden Kunden des Discounters Target von kleinen laminierten Karten überrascht, als sie die letzte Windel aus ihrer Pampers-Box nahmen. Darauf fanden sich Hassbotschaften und entsprechende Websiten. Der Täter war wohl ein Mitarbeiter.

Auf Twitter posten verschiedene User Bilder von den kleinen weißen Kärtchen, die sie in Windelverpackungen der Marke Pampers gefunden hatten. Sie sind zweiseitig bedruckt: Auf der einen Seite mit „It’s ok to be white“ (dt. „Es ist nicht schlimm, weiß zu sein“) – eine Phrase, die sich unter den US-amerikanischen Neonazis etabliert hat, um multikulturellen und schwarzen Bürgerrechtsbewegungen etwas entgegenzusetzen. Auf der anderen Seite der Karte sind Adressen mehrerer Webseiten aufgelistet, die rassistisches Gedankengut verbreiten.

„Ich habe gerade eine Pampers-Box von Target geöffnet und festgestellt, dass ein Rassist diese Karte in die Schachtel gesteckt hat. Haltet nach diesen rückständigen Scharlatanen Ausschau. (Auf der Rückseite stehen Links für faschistische, neonazistische und rechte Seiten. Also alle drei derselben Herkunft.)“

Obwohl die ersten Nachrichten dieser Art schon Anfang März auftauchten, reagierten Pampers und Target erst Ende März darauf.


„Es tut uns leid, dass Sie das in Ihrer Box gefunden haben. Bitte seien Sie versichert, dass es sich dabei um keine Nachricht von Pampers handelt und wir sehr enttäuscht darüber sind, dass irgendjemand diese Art von Notiz sehen muss. Ich werde sicherstellen, dass unser Team davon Kenntnis erhält und danke Ihnen, dass Sie uns darüber informiert haben.“


„Danke, dass Sie das mit uns teilen. Ich hoffe, Sie nehmen unsere aufrichtige Entschuldigung zu diesem Vorfall an. Wir sind uns der unangemessenen Nachrichten bewusst und führen eine gründliche Untersuchung mit unserem Sicherheitsteam durch.“

Die Untersuchungen haben wohl zum Täter geführt, wie ein Sprecher des Discounters verschiedenen amerikanischen Medien mitteilte: „Nachdem wir auf die Vorfälle aufmerksam gemacht wurden, haben wir sofort eine gründliche Untersuchung eingeleitet, um das Problem in den Griff zu bekommen und das zu stoppen”, sagte er Buzzfeed. Und weiter: „Wir haben den Täter ausfindig gemacht und dem Mitarbeiter gekündigt, da dieses Verhalten ein Verstoß gegen unsere Richtlinien und Verpflichtung zur Gleichberechtigung ist.“

Genauere Angaben zu dem Täter und wie dieser letzten Endes überführt wurde, wollte der Konzern nicht machen.