US-Diplomaten verlassen Moskau

In das diplomatische Kräftemessen zwischen Russland und mehreren westlichen Ländern ist Bewegung gekommen. Vor der US-amerikanischen Botschaft in Moskau stoppten drei Reisebusse, es kam zu Abschiedsszenen. US-Medien berichteten, dass zuvor mehrere Menschen mit Gepäck und Transportbehältern für Tiere den Komplex verlassen hätten.

Insgesamt 60 US-Diplomaten müssen Russland spätestens an diesem Donnerstag verlassen. Zuvor hatte Washington im Rahmen des Vergiftungsfalls Skripal die selbe Anzahl von Diplomaten aus den USA verbannt.

Vor der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) in Den Haag hatten sich britische und russische Vertreter gegenseitig attackiert. London beharrte darauf, dass Moskau hinter der Gift-Attacke stecke.

Die russische Seite wies dies erneut als haltlos zurück und beantragte eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates. Der russische Vertreter bei der OPCW, Alexander Schulgin, begründete den Schritt:

"Russland hat Chemiewaffen abgerüstet. Wir haben keine versteckten Arsenale. Russland zeigt eine beispielhafte wie gewissenhafte Einstellung zur Chemiewaffenkonvention. Wir sind sauber."

Laut Schulgin wurde ein Vorschlag Russlands, Chinas und des Iran zu einer unabhängigen Untersuchung unter Beteiligung Moskaus bei der OPCW-Sitzung mehrheitlich abgelehnt.

Die OPCW erwartet in der kommenden Woche die Ergebnisse der Laboruntersuchungen im Fall Skripal. Der Bericht werde dann an die Regierung in London übergeben.