US-Diplomat zieht sich mit Kritik an Suu Kyi Wut von Myanmars Regierung zu

Mit scharfer Kritik an Myanmars De-facto-Regierungschefin Suu Kyi wegen der Rohingya-Krise hat sich ein US-Diplomat die Wut der Regierung des Landes zugezogen. Ein Regierungssprecher warf Bill Richardson eine "persönliche Attacke" auf Suu Kyi vor

Mit scharfer Kritik an Myanmars De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi wegen der Rohingya-Krise hat sich ein US-Diplomat die Wut der Regierung des Landes zugezogen. Ein Regierungssprecher warf Bill Richardson am Donnerstag eine "persönliche Attacke" auf Suu Kyi vor. Richardson habe zudem seinen Aufgabenbereich überschritten, als er den Fall von zwei inhaftierten Reportern der Nachrichtenagentur Reuters zur Sprache gebracht habe.

Der frühere Gouverneur des US-Bundesstaates New Mexico hatte einem von Myanmars Regierung eingesetzten Komitee angehört, das sich mit der Rohingya-Krise befasst. Myanmars Armee geht im nördlichen Bundesstaat Rakhine mit brutaler Gewalt gegen die muslimische Minderheit vor, fast 690.000 Menschen sind bereits ins Nachbarland Bangladesch geflohen.

Richardson trat am Donnerstag von seinem Posten in dem Komitee zurück - und kritisierte Suu Kyi in seinem Rücktrittsschreiben scharf. Er warf der Friedensnobelpreisträgerin in der Rohingya-Krise ein "Fehlen moralischer Führung" vor. Außerdem habe sie "wütend" reagiert, als er sie auf den Fall der beiden Reuters-Journalisten angesprochen habe, die über das Vorgehen der Armee in Rakhine berichtet hatten und festgenommen wurden.

Er könne es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, einem Gremium anzugehören, das die Gründe für die Rohingya-Krise womöglich "schönfärben" werde, begründete Richardson seinen Rücktritt. Zuvor war der Beginn der Rückführung von Rohingya von Bangladesch nach Myanmar verschoben worden.

Die muslimischen Rohingya werden im mehrheitlich buddhistischen Myanmar seit Jahrzehnten systematisch unterdrückt. Ende August eskalierte der Konflikt, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und dutzende Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt. Die UNO, Washington und Menschenrechtsorganisationen sprechen von "ethnischen Säuberungen".