US-Demokratin Ocasio-Cortez nach eigenen Angaben Opfer von sexuellem Übergriff

·Lesedauer: 2 Min.
Alexandria Ocasio-Cortez

Die bekannte linke Abgeordnete der US-Demokraten, Alexandria Ocasio-Cortez, ist nach eigenen Angaben Opfer sexueller Gewalt geworden. Sie habe davon "nicht vielen Menschen" erzählt, sagte Ocasio-Cortez am Montag (Ortszeit) in einem emotionalen Live-Video im Onlinedienst Instagram. Darin bezeichnete sie sich zugleich als "Überlebende" - dies ist in den USA ein oft gebrauchter Begriff für Opfer sexueller Gewalt.

Die New Yorker Politikerin begründete ihr Schweigen gegenüber der allgemeinen Öffentlichkeit damit, dass sie mit der Angst zu kämpfen gehabt habe, dass ihr nicht geglaubt werde. "Als eine Überlebende war ich mit nicht sicher, ob mir geglaubt wird." Weitere Angaben zu dem Vorfall oder dessen Zeitpunkt machte sie nicht.

Allerdings zog Ocasio-Cortez Parallelen zum Angriff militanter Anhänger von Ex-Präsident Donald Trump auf den US-Kongress am 6. Januar. Missbrauchstäter und jene Abgeordneten, die nach der Erstürmung des Kongressgebäudes einfach "weitermachen" wollten, verfolgten dieselbe Taktik, sagte Ocasio-Cortez. Beide würden versuchen, ohne die Wahrheit fortfahren zu wollen. Sie wollten sich auch nicht mit dem "extremen Schaden, Verlust von Leben und Traumata" befassen.

Zugleich wiederholte sie den Vorwurf, Trumps Republikaner hätten die Gewalt im Vorfeld des Sturms auf das Kapitol angefacht. "Ich habe gedacht, ich müsse sterben", erinnerte sich Ocasio-Cortez, die sich während des Angriffs im Waschraum ihres Abgeordnetenbüros versteckte.

Die Abgeordnete Katie Porter berichtete derweil dem Fernsehsender MSNBC, sie habe Ocasio-Cortez ein Paar Sportschuhe geliehen, falls diese "um ihr Leben rennen" müsse. Ocasio-Cortez habe gesagt: "Ich hoffe, ich kann noch Mutter werden. Ich hoffe, ich sterbe heute nicht."

Trump-Unterstützer waren zwei Wochen vor der Amtseinführung des neuen Präsidenten Joe Biden in das Kapitol eingedrungen. Sie zerschlugen Fenster und besetzten Räume. Wegen der Randale mussten die Parlamentarier von der Polizei in Sicherheit gebracht werden. Eine Frau wurde bei den Ausschreitungen von der Polizei im Kapitol erschossen.

jes/ju