US-Botschaft in China gibt neue Gesundheitswarnung heraus

Neue Gesundheitswarnung der US-Botschaft in China

Die US-Botschaft in China hat nach mysteriösen Erkrankungen von Mitarbeitern eine neue Gesundheitswarnung herausgegeben. Die Botschaft forderte ihre Mitarbeiter und deren Familienangehörigen am Freitag auf, zum Arzt zu gehen, wenn sie "ungewöhnliche und unerklärliche körperliche Symptome, akustische oder sensorische Phänomene oder andere gesundheitliche Probleme" bemerken. Achten sollen sie auf Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen, Erschöpfung, Tinnitus, Einschlafstörungen, kognitive Probleme, Seh- und Hörstörungen.

Die US-Behörden hatten im Mai ein Ärzte-Team in die chinesische Stadt Kanton geschickt, nachdem ein Mitarbeiter des dortigen Konsulats seltsame Geräusche wahrgenommen und ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatte. Die US-Botschaft in Peking hatte daraufhin vor zwei Wochen eine erste Gesundheitswarnung herausgegeben.

Am Donnerstag hatte das US-Außenministerium dann bekanntgegeben, dass mehrere Diplomaten für eingehende Untersuchungen in die USA geflogen wurden. In der Gesundheitswarnung werden die Botschaftsmitarbeiter aufgefordert, den Ursprung von unbekannten Geräuschen nicht selbst zu suchen, sondern den Standort zu wechseln.

Die Vorfälle erinnern an die Affäre um angebliche "Akustik-Attacken" auf US-Botschaftspersonal in Kuba. Nach Angaben von Außenminister Mike Pompeo stimmten die Symptome der Mitarbeiter in China "vollständig mit den medizinischen Befunden überein, die bei Amerikanern in Kuba festgestellt wurden".

Die mutmaßlichen Akustik-Attacken auf US-Diplomaten in Kuba sind ein bislang ungelöstes Rätsel. Dort hatten im vergangenen Jahr 24 Botschaftsmitarbeiter oder deren Angehörige ungewöhnliche Geräusche wahrgenommen und über Probleme wie Kopfschmerzen, Hörprobleme, Orientierungslosigkeit und Konzentrationsschwächen geklagt.

Die USA hatten daraufhin die Hälfte ihres diplomatischen Personals aus Havanna abgezogen. Washington machte die kubanische Regierung für die Symptome verantwortlich, deren Ursachen nie wirklich geklärt werden konnten. Auch Kanada zog zehn Mitarbeiter aus Kuba wegen ähnlicher Beschwerden ab.

Eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums hatte am Donnerstag gesagt, Peking habe bei Nachforschungen keine Erklärung für die Beschwerden des US-Mitarbeiters in Kanton gefunden. Die USA hätten China nicht offiziell über den Vorfall informiert. Falls es "irgendein Problem" gebe, könne Washington Kontakt mit Peking aufnehmen, sagte die Sprecherin weiter. China werde dann "ernsthafte Untersuchungen" einleiten.