US-Außenminister Tillerson: „Manchmal möchte ich mich einigeln“

Rex Tillerson, von seinen Anhängern gern „T-Rex“ genannt, am Ufer des Genfer Sees. (Bild: Getty Images)

Zwischen Rex Tillerson und Donald Trump läuft es derzeit nicht besonders. Seit Monaten ist das angeschlagene Verhältnis der beiden Alpha-Männer Gegenstand der medialen Berichterstattung. In einem Schweizer Park hatte der US-Außenminister nun einen ungewöhnlich emotionalen Moment.

Beide spielen die Situation herunter. Sowohl US-Präsident Donald Trump als auch sein Außenminister Rex Tillerson haben in den vergangenen Wochen Gerüchte dementiert, die behaupteten, die beiden Politiker würden hinter den Kulissen nur Gift und Galle spucken. „Stimmt nicht!“, „Fake News!, „Nichts dran!“ – so die offiziellen Stellungnahmen von Außenministerium, Weißem Haus und den zwei Beteiligten selbst.

Doch nun befeuerte Tillerson selbst die Gerüchteküche. Bei einem Rundgang im Barton-Park am Genfer See hielt der US-Außenminister, der von einem Medientross begleitet wurde, an einer Skulptur. Tillerson war in der Schweiz, um mit dem UN-Syriengesandten Staffan de Mistura zu sprechen. Statt eines diplomatischen Durchbruchs gab es jedoch einen emotionalen Ausbruch.

Beim Rundgang im Park kam Tillerson an einer Skulptur vorbei, die zwei Menschen in einer komplizierten Umarmung zeigt. Ein Kamerateam des Senders „ABC News“ hielt den Moment fest, als Tillerson auf das Kunstwerk zuschreitet, einige Augenblicke dort in Betrachtung verharrt und schließlich in scherzhaftem Ton sagt: „Ja, manchmal fühle ich mich, als ob ich das machen müsste. Mich einigeln.“

Könnte die Aussage eine Anspielung auf einen baldigen Rücktritt sein? Schließlich wird in Washington seit Wochen die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, als nächste Außenministerin gehandelt.

Das Verhältnis zwischen Donald Trump und Rex Tillerson ist seit geraumer Zeit angeschlagen. Tillerson soll seinen Chef hinter den Kulissen als „moron“ („Idiot“) bezeichnet haben. Trump wiederum schrieb in einem Tweet, dass Tillerson in seinen Bemühungen, auf diplomatischen Wegen nach einer Lösung im Nordkorea-Konflikt zu suchen, seine Zeit verschwenden würde.

In einem Interview mit dem „Forbes“-Magazin sagte Trump außerdem nun, dass er die vermeintliche Idioten-Aussage von Tillerson für eine Falschmeldung halte. Doch fügte er hinzu: „Aber wenn er das getan hat, schätze ich, werden wir IQ-Tests vergleichen müssen. Und ich kann Ihnen sagen, wer gewinnen wird.“