US-Behörde verlangt Auskunft über Kredite der Deutschen Bank an Jared Kushner

Präsidentenberater und Trump-Schwiegersohn Jared Kushner

Die Finanzaufsicht im US-Bundesstaat New York hat von drei Banken Auskunft über ihre Geschäftsbeziehungen zum Immobilienkonzern von Präsidentenberater Jared Kushner verlangt. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus informierten Kreisen erfuhr, wurden die Deutsche Bank, die Signature Bank und die New York Community Bank aufgerufen, ihre Finanzgeschäfte mit Kushner Companies offenzulegen. Das Familienunternehmen von Trumps Schwiegersohn nannte die Anfrage politisch motiviert.

Nach AFP-Informationen verschickte die Aufsichtsbehörde für Finanzdienstleistungen (DFS) in der vergangenen Woche Briefe an die drei Banken. Darin werden sie um Auskunft gebeten über ihre finanziellen Vereinbarungen mit Kushner Companies sowie über Kredite, die dem Unternehmen gewährt oder von diesem beantragt worden seien. Die Kreditinstitute sollen den Angaben zufolge bis zum 5. März antworten. Die Aufsichtsbehörde sowie die Deutsche Bank lehnten eine Stellungnahme ab.

Ein Sprecher des Immobilienkonzerns bezeichnete die Untersuchungen als "Schikane" und politisch motiviert. Kushner Companies habe "keine Kopie von irgendeinem Brief" der DFS erhalten. Das Unternehmen sei "Milliarden wert" und "finanziell extrem solide", sagte der Sprecher. Bevor Kushner von der Spitze des Unternehmens "freiwillig" zurückgetreten sei, "um unserem Land zu dienen", habe es nie derartige Untersuchungen gegeben.

Kushner, der mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet ist, war im Januar 2017 von seinem Posten als Chef des Familienunternehmens zurückgetreten, um Trumps Berater zu werden. Zudem gab er ranghohe Positionen an mehr als 200 Schnittstellen mit dem Immobiliengeschäft seiner Familie auf. Er streicht aber weiter Profite von Beteiligungsgesellschaften ein, die in Verbindung zu dem Geschäftsimperium stehen, das er mit seinem Vater geleitet hatte.

Wie die "New York Times" am Mittwoch berichtete, erhielt der Immobilienkonzern auch vom Investmentfonds Apollo Global Management und der US-Großbank Citigroup größere Kredite, kurz nachdem sich Kushner mit Vertretern der beiden Finanzunternehmen im Weißen Haus getroffen hatte. Der frühere Chef der US-Ethikbehörde unter Präsident Barack Obama, Don Fox, sprach von möglichen "Interessenkonflikten". Kushners Anwalt Abbe Lowell bestätigte die Treffen mit den Konzernvertretern nach Angaben der "New York Times", er bestritt aber jegliches Fehlverhalten.

Kushner gilt als einflussreicher Strippenzieher im Weißen Haus. Unter anderem wurde er von Trump mit der Aufgabe betraut, ein Nahost-Friedensabkommen auf den Weg zu bringen. Zuletzt geriet er aber zunehmend in Bedrängnis. Dem 37-Jährigen wurde die Befugnis zur Einsichtnahme in streng geheime Dokumente entzogen, da er nur über eine temporäre Sicherheitszulassung verfügte. Hintergrund waren laut Medienberichten bestimmte Kontakte des Trump-Schwiegersohns zu ausländischen Regierungsvertretern sowie die Geschäftsschulden des Immobilieninvestors, die als als potenzielle Schwachstellen angesehen würden.

Kushner ist außerdem in die Affäre um eine mögliche Einflussnahme Russlands auf die US-Präsidentschaftswahl verstrickt. US-Sonderermittler Robert Mueller nahm inzwischen laut Medienberichten auch Kushners Geschäftskontakte nach China und Katar ins Visier.