US-Außenminister Tillerson zu unangekündigtem Besuch in Afghanistan

Tillerson auf US-Stützpunkt Bagram

Nach einer Serie schwerster Anschläge in Afghanistan hat US-Außenminister Rex Tillerson dem Land einen unangekündigten Besuch abgestattet. Bei dem Treffen mit Präsident Aschraf Ghani ging es am Montag um die neue Afghanistan-Strategie der USA, erklärte die US-Botschaft in Kabul über den Kurzbotschaftendienst Twitter. Auch innenpolitische Themen wie Ghanis Anti-Korruptions-Strategie sowie die Parlamentswahlen im kommenden Jahr seien besprochen worden.

Der Kampf gegen die radikalislamischen Taliban müsse zweifellos weitergehen, betonte Tillerson nach dem Treffen. Die Islamisten müssten verstehen, dass sie niemals einen militärischen Sieg erringen werden. US-Präsident Donald Trump habe erklärt, "dass wir solange hier bleiben, bis wir einen Aussöhnungs- und Friedensprozess garantieren können", sagte der US-Außenminister und schränkte ein, dies sei aber nicht unbegrenzt.

Die Politiker kamen auf dem US-Militärstützpunkt Bagram nördlich von Kabul zusammen, Washingtons größter Basis im Land. Der afghanische Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah nahm ebenfalls teil. Tillerson besuchte das Land am Montag erstmals in seiner Funktion als US-Außenminister, wenige Wochen zuvor hatte US-Verteidigungsminister Jim Mattis bereits Gespräche in Kabul geführt. Mattis' Besuch war von Raketenangriffen der Taliban überschattet worden.

In der vergangenen Woche war Afghanistan mit einer Serie schwerster Anschläge auf Moscheen und Militäreinrichtungen überzogen worden. Bei den landesweit sieben Anschlägen waren mehr als 200 Menschen getötet worden.

Die Taliban reagieren mit den Anschlägen auf die Ankündigung von US-Präsident Trump vom August, das Truppenkontingent seines Landes in Afghanistan von zuletzt rund 11.000 Soldaten aufzustocken. Washington will mehr als 3000 zusätzlichen Soldaten stellen - aufgrund des Wiedererstarkens der Taliban, die inzwischen fast wieder 40 Prozent des afghanischen Staatsgebiets kontrollieren.