US-Außenminister: Kampf gegen Klimawandel birgt auch große Chancen

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ANNAPOLIS/WASHINGTON (dpa-AFX) - US-Außenminister Antony Blinken sieht im Kampf gegen den Klimawandel auch Chancen. Es wäre ein Fehler, über das Thema Klima nur im Sinne von Bedrohungen nachzudenken, sagte Blinken am Montag laut vorab verbreiteten Auszügen in einer Rede in der US-Stadt Annapolis. Er mahnte zwar: "Das Ziel Nummer Eins unserer Klimapolitik ist das Verhindern einer Katastrophe." Wenn Amerika die Welt bei der Bekämpfung der Klimakrise nicht anführe, dann werde von der Welt nicht viel übrig bleiben. Blinken betonte aber zugleich, diese Herausforderung biete große Chancen, neue Jobs zu schaffen und eine gesündere, gerechtere und nachhaltige Gesellschaft zu formen.

Die Vereinigten Staaten hätten die Chance, beim Ausbau von Infrastruktur und erneuerbaren Energien in vorderster Reihe mitzuwirken, Neuerungen zu entwickeln und diese in andere Länder zu exportieren. "Im Moment fallen wir zurück", beklagte Blinken. Derzeit sei China der größte Hersteller und Exporteur von Solar- und Windkraftanlagen, Batterien und Elektrofahrzeugen. Wenn Amerika hier nicht aufhole, verpasse das Land die Chance, die Zukunft des weltweiten Klimas im Sinne der eigenen Interessen und Werte zu beeinflussen, und es verliere unzählige Arbeitsplätze.

US-Präsident Joe Biden hat für den kommenden Donnerstag und Freitag einen virtuellen Klimagipfel mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs einberufen. Blinken kündigte an, die US-Regierung werde sich auch bei anstehenden internationalen Treffen wie dem G7-Gipfel und dem Arktischen Rat für den Klimawandel einsetzen.

Biden hatte die USA gleich nach seinem Amtsantritt im Januar ins Pariser Klimaabkommen von 2015 zurückgeführt, das sein Vorgänger Donald Trump aufgekündigt hatte. Erwartet wird, dass Biden anlässlich des Gipfeltreffens in dieser Woche ein neues Klimaziel ausruft.