US-Arzneimittelbehörde gibt Corona-Impfstoffe gegen aktuelle Omikron-Varianten frei

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat zwei auf die Subtypen BA.4 und BA.5 der Coronavirus-Variante Omikron zielende Impfstoffe des US-Unternehmens Moderna sowie des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer per Notfallzulassung genehmigt. Die neuen Impfstoffe hätten das Ziel, "besseren Schutz gegen von der Omikron-Variante ausgelöstes Covid-19" zu bieten, erklärte die FDA am Mittwoch. Bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) hatten Pfizer und Moderna bereits ebenfalls einen Antrag gestellt.

Ziel der nun erfolgten Zulassung ist der  möglichst rasche Beginn einer Auffrischungskampagne in den USA. Das US-Gesundheitsministerium hatte nach eigenen Angaben bereits 105 Millionen Dosen von Biontech/Pfizer und 66 Millionen von Moderna gekauft.

Die FDA gab das Biontech/Pfizer-Vakzin für Auffrischungsimpfungen für Kinder ab 12 Jahren frei, den Moderna-Impfstoff ab 18. Damit Impfungen mit den Stoffen beginnen können, steht noch das grüne Licht der US-Gesundheitsbehörde CDC aus. Die Beratungen des zuständigen Expertengremiums sollen am Donnerstag beginnen, über die Genehmigung entscheiden wird letztlich CDC-Chefin Rochelle Walensky.

Ab kommender Woche könnten die auf der mRNA-Technologie basierenden Impfstoffe in den USA verfügbar sein. Der Biontech/Pfizer-Impfstoff stehe "zur sofortigen Auslieferung bereit", erklärte Biontech am Mittwoch in einer Mitteilung.

Bei den nun in den USA zugelassenen Vakzinen handelt es sich um sogenannte bivalente Impfstoffe, die sowohl gegen den Anfang 2020 vorherrschenden Wildtyp des Coronavirus als auch gegen die derzeit überwiegenden Omikron-Subtypen BA.4 und BA.5 gerichtet sind.

Am Donnerstag soll die EMA indes über die EU-weite Zulassung für zwei andere angepasste Corona-Impfstoffe entscheiden. Die Anträge für die gegen den Omikron-Subtyp BA.1 gerichteten Vakzine hatten ebenfalls Biontech/Pfizer und Moderna eingereicht.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte sich Mitte August dafür ausgesprochen, zur Auffrischung auf dem Omikron-Subtyp BA.4 und BA.5 basierende Impfstoffe zu verwenden - und nicht Stoffe gegen BA.1. "Wir gehen in Deutschland davon aus, dass BA.4/5 bei der aktuellen Variante die bessere Impfstoff-Zusammensetzung ist", hatte Lauterbach dem "Spiegel" gesagt.

Lauterbach verwies in dem Gespräch darauf, dass die US-Zulassungsbehörde FDA den Impfstoff-Herstellern nahegelegt habe, nur noch BA.4/5-Impfstoffe zu entwickeln. In der EU dagegen habe die EMA eine solche Richtungsentscheidung nicht vorgegeben.

se/ju