US-Anleihen: Rendite erstmals seit März über ein Prozent

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NEW YORK (dpa-AFX) - US-Staatsanleihen sind am Mittwoch mit deutlichen Kursverlusten in den Handel gegangen. Im Gegenzug stieg die Rendite zehnjähriger Papiere erstmals seit vergangenen März über die Marke von einem Prozent. Hauptthema am Markt ist die Aussicht auf eine Dominanz der Demokraten in beiden Kongresskammern. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) fiel zum Start um 0,30 Prozent auf 137,40 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe betrug 1,03 Prozent.

Für Belastung sorgte am Rentenmarkt die Möglichkeit einer faktischen Mehrheit der Demokraten im US-Senat. Hintergrund sind zwei Stichwahlen im Bundesstaat Georgia, deren Ausgang noch offen ist. Prognosen legen aber nahe, dass die Republikaner ihre bisherige Senatsmehrheit verlieren könnten.

Sollten beide Sitze an die Demokraten gehen, müsste der designierte US-Präsident Joe Biden mit deutlich weniger Widerstand im Senat rechnen. Er könnte seine politische Agenda damit besser umsetzen. Erwartet werden in diesem Fall deutlich höhere Staatsausgaben. Dies könnte mit höherem Wirtschaftswachstum, aber auch höheren Inflationsraten einhergehen. Bereits in den vergangenen Tagen sind die Inflationserwartungen an den US-Märkten spürbar gestiegen.

Neben der Politik stehen zur Wochenmitte einige Konjunkturdaten auf dem Programm. Arbeitsmarktdaten des US-Dienstleisters ADP enttäuschten mit einem ersten Stellenabbau seit April. Die Zahlen sind ein schlechtes Omen für den am Freitag erwarteten monatlichen Stellenbericht der Regierung.

Im weiteren Verlauf werden unter anderem Auftragszahlen aus der US-Industrie erwartet. Am Abend präsentiert die US-Notenbank Fed ihr Protokoll zur jüngsten Zinssitzung. Analysten und Anleger werden das Dokument nach Hinweisen auf die künftige Geldpolitik durchstöbern.