US-Anleihen: Kursgewinne nach Zinssenkung - Rendite der 10-Jährigen unter 1%

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach der überraschenden US-Leitzinssenkung haben US-Staatsanleihen am Dienstag ihre Kursgewinne merklich ausgebaut. Im Gegenzug fielen die Renditen in allen Laufzeiten. Die Rendite auf zehnjährige Anleihen rutschte erstmals zeitweise unter 1 Prozent. Der New Yorker Aktienmarkt verbuchte kräftige Verluste. Die Verunsicherung an den Märkten ist nach wie vor sehr groß.

Die US-Notenbank Fed hatte wegen der sich abzeichnenden negativen Auswirkungen des neuen Coronavirus auf die Wirtschaft ihren Leitzins um einen halben Prozentpunkt gesenkt. Der Leitzins liegt nun im Korridor von 1 bis 1,25 Prozent.

Marktteilnehmer hatten eine Zinssenkung der Fed teils auf dem Zettel. Dass dies nun in einer außerplanmäßigen Aktion stattgefunden habe wie letztmals 2008 nach der Lehman-Pleite, habe aber überrascht, hieß es. Einige kritisierten zudem, die Fed hänge am Haken der Märkte.

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank, befürwortete die Maßnahme: "Bevor die Finanzmärkte und die US-Wirtschaft größeren Schaden nehmen, schreitet die Fed ein und verpasst der US-Wirtschaft eine Grippesschutzimpfung. Das ist gut so, zeugt es doch von einem energischen Vorgehen gegenüber etwaigen schärferen Konjunkturrisiken."

Zweijährige US-Anleihen legten zuletzt um 12/32 Punkte auf 100 26/32 Punkte zu und rentierten mit 0,715 Prozent. Fünfjährige Anleihen stiegen um 28/32 Punkte auf 101 24/32 Punkte. Sie rentierten mit 0,762 Prozent. Richtungsweisende zehnjährige Staatsanleihen gewannen einen ganzen und 14/32 Punkte auf 104 19/32 Punkte und rentierten zuletzt mit 1,009 Prozent. Longbonds mit einer Laufzeit von 30 Jahren zogen um 2 ganze und 6/32 Punkte auf 108 20/32 Punkte an. Ihre Rendite betrug 1,635 Prozent.