US-Anleihen büßen Gewinne ein - Fed-Mitglied Waller für große Zinserhöhung

NEW YORK (dpa-AFX) - US-Staatsanleihen sind am Freitag nach einem freundlichen Handelsstart in die Verlustzone gerutscht. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) fiel um 0,19 Prozent auf 115,75 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen stieg im Gegenzug auf 3,32 Prozent. Sie liegt damit leicht unterhalb ihres Höchststands von Mitte Juni.

Im Blick bleibt die Geldpolitik der Notenbank. Konkrete Anzeichen dafür, dass die Fed ihren Inflationskampf weniger entschlossen führen könnte, sind derzeit nicht ersichtlich. Auf der nächsten Zinssitzung in knapp zwei Wochen könnte die Notenbank ihre Leitzinsen zum dritten Mal in Folge um 0,75 Prozentpunkte anheben.

Fed-Gouverneur Christopher Waller sprach sich bereits für eine "weitere größere Leitzinsanhebung" aus. "Die Inflation ist viel zu hoch, und es ist zu früh, um zu sagen, ob sich die Inflation merklich und anhaltend nach unten bewegt", sagte er auf einer Veranstaltung in Wien. Waller sitzt im Führungsgremium der Notenbank und entscheidet über die Geldpolitik mit.

"Ich unterstütze eine deutliche Anhebung bei unserer nächsten Sitzung am 20. und 21. September, um den Leitzins auf einen Wert zu bringen, der die Nachfrage eindeutig einschränkt", sagte der Fed-Gouverneur weiter. Nach den Aussagen Wallers zogen die Renditen wieder an und setzten die Anleihekurse entsprechend unter Druck.

Waller zählte zu den letzten Fed-Vertretern, die sich zur aktuellen Geldpolitik geäußert haben. Denn am Samstag beginnt die sogenannte Blackout-Phase vor der Zinssitzung. In dieser Zeit halten sich die US-Notenbanker mit öffentlichen Äußerungen weitgehend zurück.