US-Abgeordneter sorgt mit Videoaufnahmen in Auschwitz für Empörung

Mit einer Videobotschaft aus dem NS-Todeslager Auschwitz-Birkenau hat der republikanische US-Kongressabgeordnete Clay Higgins für empörte Reaktionen gesorgt. Higgins leitet in dem Video Forderungen für die US-Sicherheitspolitik ab

Mit einer Videobotschaft aus dem NS-Todeslager Auschwitz-Birkenau hat der republikanische US-Kongressabgeordnete Clay Higgins für empörte Reaktionen gesorgt. Das ehemalige KZ sei ein Ort der Stille und "kein Ort, um Videos zu drehen und Erklärungen abzugeben", sagte der polnische Ober-Rabbiner Michael Schudrich am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Es sei "äußerst verstörend", wenn jemand eine Gaskammer nutze, um dort seine politische Meinung kundzutun.

Auch die KZ-Gedenkstätte übte scharfe Kritik. "Innerhalb einer früheren Gaskammer sollte andächtige Stille herrschen", erklärte die Einrichtung im Online-Dienst Twitter.

Higgins entschuldigte sich am Mittwoch für das fünfminütige Video, das er während eines Besuchs der Gedenkstätte aufgenommen hatte. Er beschreibt darin die Gräueltaten der Nazis und leitet daraus Forderungen für die US-Sicherheitspolitik ab. "Unsere Armee muss unbesiegbar sein", sagte Higgins. Es müsse "sichergestellt werden, dass USA vor dem Übel der Welt geschützt sind."

Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau war zwischen 1942 und 1945 im damals besetzten Polen das größte NS-Vernichtungslager. Mehr als eine Million Menschen wurde im Zweiten Weltkrieg dort ermordet, die meisten waren Juden.