€uro Fund Forum –Exklusiv: Zinswende und jetzt?

 

Welche Anlagestrategien für Anlegerportfolios künftig wichtiger werden. Und mit welchen globalen Erschütterungen im europäischen Wahljahr zu rechnen ist: Antworten gab es beim €uro Fund Forum in München.

Zu der von €uro Advisor Services organisierten Veranstaltung trafen sich im Hotel Charles, in München, rund 100 unabhängige Vermögensverwalter, Private-Wealth-Manager von Banken und Sparkassen sowie internationale Finanzexperten der KVGs AB, AXA IM, Comgest, Credit Suisse, Jupiter, Invesco, M&G, Morgan Stanley und Pictet.

Im Nachmittags-Panel stand das Thema „Zinswende und jetzt?“ auf der Tagesordnung. Auf die EZB-Politik angesprochen, sagte Ralph Geiger, Portfolio Experte bei Credit Suisse (IOB: 0QP5.IL - Nachrichten) : „Was die EZB nicht gemacht hat, ist die Banken zu einer Restrukturierung ihrer fallen-loans zu zwingen“. Es werde „auf die Qualität der aktiven Fondsmanager ankommen“, so Andrej Brodnik, Europa-Chef bei Jupiter AM. Das Thema Multi-Asset werde weiter wichtig bleiben, vermutet Alexander Lehmann, Mitglied der Geschäftsleitung bei Invesco Deutschland: „Multi-Asset ist ein Hype, ja – aber ich glaube ein sehr gesunder Hype“.

Als Keynote-Speaker der Veranstaltung konnte €uro Advisor Services den international renommierten Buchautor und Ressortleiter Außenpolitik der Süddeutschen Zeitung, Stefan Kornelius, gewinnen. Er erörterte aktuelle politische Risiken und ihren wirtschaftlichen Impact. Seiner Analyse zufolge werden 2017 die Märkte von politischen Disruptionen in Mitleidenschaft gezogen. Die Superwirtschaftsmacht USA sei derzeit kein politisch stabiles Anlageziel. „Trump geht nicht weg“, begründet Kornelius, ein Impeachment werde es nicht geben. Das (Shenzhen: 002421.SZ - Nachrichten) führe dazu, dass die politische Elite in den USA vornehmlich mit innenpolitischen Machtkämpfen beschäftigt sei.

Auch „China wird mittelfristig mit sich selbst beschäftigt sein“, so Kornelius. Das liege nicht an der Regierung, sondern der zu erwartenden Wirtschaftsentwicklung. Schon jetzt bewegten Teile der wohlhabenden Mittelschicht ihre Finanzmittel ins Ausland, weil die Wirtschaftsbarometer Richtung Rezession ausschlügen. 

Für Europa zeigte sich Kornelius hingegen überwiegend positiv gestimmt. Mit dem Wahlsieg Marcrons verbindet er die große Hoffnung, einer ökonomischen Stabilisierung der gesamten Eurozone. Die wirtschaftliche Stimmung werde ansteigen, die Investitionen nachziehen. Großbritannien habe sich mit der Verabschiedung selbst geschadet. „Ich glaube, dass der Finanzplatz London durch den Brexit stark leiden wird.“ Wenn Großbritannien in einen Standort-Wettbewerb mit der EU eintrete, werde vom Europäischen Kontinent ein starker Gegenwind wehen.  

 

(DiF/DW)