Ureinwohnerin zum ersten Mal als Präsidentin Indiens gewählt

Indiens Parlamentarier haben zum zweiten Mal in der Geschichte des Landes eine Frau als Präsidentin gewählt. Die 64 Jahre alte Draupadi Murmu der Regierungspartei BJP von Premierminister Narendra Modi hatte sich mehr als die Hälfte der Stimmen der knapp 5000 Abgeordneten der Parlamente der Bundesstaaten und des Landes gesichert, teilte ein Mitarbeiter der Wahlkommission mit. Die offizielle Bekanntmachung des Wahlergebnisses stand noch aus.

Murmu gehört ethnisch zu Indiens Ureinwohnern. Indigene Menschen machen gut 8,6 Prozent der Bevölkerung Indiens von rund 1,3 Milliarden Menschen aus. Sie ist die erste Ureinwohnerin im höchsten Staatsamt Indiens. Das Staatsoberhaupt erfüllt - ähnlich wie der deutsche Bundespräsident - vor allem repräsentative Aufgaben, die Macht liegt beim Premierminister. Der Präsident oder die Präsidentin wird alle fünf Jahre gewählt.

Kämpferin für die Rechte der Ureinwohner

Murmu war früher Lehrerin und dann Gouverneurin des Bundesstaates Jharkhand. Als Gouverneurin setzte sie sich unter anderem für die Rechte von Indiens Ureinwohnern ein. Indigene sind in dem Land oft arm und marginalisiert - auch wenn unter anderem einige Stellen bei der Regierung für die Volksgruppe vorgemerkt sind. Traditionell wohnen sie in Wäldern oder in der Nähe von Wäldern, wo sie sich als Jäger und Sammler ernähren. Viele sind auch als Landwirte tätig.

Bisheriger Präsident ist von den Dalits

Auch der bisherige Präsident gehörte zu einer marginalisierten Bevölkerungsgruppe: Ram Nath Kovind ist ein Dalit, also ein Angehöriger der untersten Stufe des Kastenwesens, die früher als „Unberührbare“ galten. Die Situation der Dalits hat sich während seiner Präsidentschaft kaum verändert. Dalits erleben in Indien weiter viel Diskriminierung.

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