Tornado-Prognose in Deutschland: Risiko ja, akute Warnung nein

Das Unterwetter von Mittwochabend hat in Viersen seine Spuren hinterlassen. (Bild: Reuters/Thilo Schmuelgen)

Am Mittwochabend hat ein Wirbelsturm bei Viersen eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Aktuell gibt es zwar keine weiteren Tornado-Warnungen für Deutschland – laut eines Experten besteht das Risiko starker Windhosen aber weiterhin.

Er hat die Dächer von etwa 40 bis 50 Häusern abgedeckt, Autos umgeworfen und zwei Menschen wurden zum Teil schwer verletzt – so die Bilanz des Tornados, der am Mittwoch über Teile Deutschlands wirbelte. Und noch können Experten keine Entwarnung bezüglich des extremen Wetters geben. Die Frage, ob es in den kommenden Tagen zu weiteren Tornados in Deutschland kommen kann, beantwortete der Diplom-Meteorologe Dominik Jung gegenüber der „Bild“-Zeitung mit einem klaren „Ja!“. Der Wetter-Experte erklärte auch, warum: „Die Luftmassen werden in den kommenden sieben Tagen oftmals warm und feucht sein. Das ist eine ideale Mischung, damit sich immer wieder teils kräftige Gewitter bilden können. Damit bleibt auch das Tornadorisiko weiterhin bestehen.“

Ein Wohnwagen landete durch den Tornado in Viersen am Mittwochabend in einem Gebüsch. (Bild: Reuters/Thilo Schmuelgen)

Für die Menschen, die glauben, Wetter-Experten hätten die Bürger am Mittwochabend in Viersen warnen können, hat der Meteorologe Simon Trippler vom Deutschen Wetterdienst (DWD) eine klare Antwort. „Das ist leider fast unmöglich, da diese Phänomene immer sehr kurzfristig auftreten und auf dem Radar schwer zu erkennen sind“, erklärte er der „Bild“-Zeitung. Er sagte dem Blatt, dass die Möglichkeit besteht, „dass noch sehr viel stärkere Tornados bei uns wüten“ können.


Auch wenn Experte Jung noch von einem Tornado-Risiko spricht – der Deutsche Wetterdienst hat bislang keine weiteren Tornado-Warnungen veröffentlicht. Auch bei „Wetter.de“ versucht man eine Panik vor stärkeren Windhosen zu vermeiden. „Die Zahl der beobachteten Tornados ist zwar in den vergangenen 50 Jahren deutlich angestiegen – das hängt aber vor allem mit der Einführung des Handys zusammen, da die üblicherweise eher kleinen, ganz kurzlebigen Tornados früher oft gar nicht erfasst wurden“, erklärt der RTL-Meteorologe Björn Alexander auf „Wetter.de“. „Heute reicht ein Klick auf die Handy-Kamera und schon ist auch ein Tornado dokumentiert, der kaum Schäden anrichtet. Zudem hat auch die Zahl der Sturmjäger zugenommen, die die Tornados dokumentieren.“

Das Wetter über Pfingsten

Das lange Pfingstwochenende beginnt am Freitag möglicherweise mit Schauern und Gewittern im Nordosten des Landes. Das Wetter zum langen Pfingstwochenende soll laut des Deutschen Wetterdienstes nur in der Nordhälfte für lange Spaziergänge an der frischen Luft einladen.

Das Hoch „Sven“ soll dem Nordosten Deutschlands überwiegend trockenes und warmes Wetter bringen. Laut DWD sollte man eher im Süden und Westen des Landes mit Schauern und Gewittern rechnen. Donner, Blitz und viel Regen treffen dann am Samstag auf Thüringen, Sachsen, Bayern und im Südosten von Baden-Württemberg. Dort kann es dann auch schon mal kühler werden – 15 bis 20 Grad. In sonnigeren Regionen kann es zwischen 20 und 23 Grad warm werden. Erst zum Pfingstsonntag und -montag sollen die Temperaturen fast überall im Land wieder auf 20 Grad bis 25 Grad steigern. Im Süden Deutschlands wächst laut DWD am Sonntag aber auch wieder das Risiko für Gewitter.