Unwetter in Köln: Schäden an überflutetem KVB-Tunnel – Linie 13 fuhr zeitweise nicht

Die Feuerwehr rückte zu mehr als 550 Einsätzen aus.

In einem See mitten auf der Geldernstraße treibt ein Auto, in der Halle des Hauptbahnhofs waten Reisende knöcheltief durch Regenwasser, im Rhein-Energie-Stadion ergießen sich Wasserfälle vom Dach aufs Spielfeld, und am Geißbockheim brechen die FC-Profis das Training ab. Das Unwetter am Mittwochnachmittag hat die Stadt mit voller Wucht getroffen. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen von Feuerwehr und Polizei aber niemand.

„Das war für Köln schon außergewöhnlich“, sagt Martin Schönebeck, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in Essen. „In Stammheim sind innerhalb von einer Stunde 49 Liter pro Quadratmeter runtergekommen. Das ist eine ordentliche Menge“, Es sei nicht nur ein Gewitter gewesen, sondern gleich mehrere Gewitterkerne, die über Köln hinweg gezogen seien. Meldungen über Sturmböen und Hagel habe es ebenfalls gegeben, so Schönebeck.

„Dass es Köln getroffen hat, ist allerdings Zufall, denn solche Gewitter kommen im Sommer immer mal wieder vor und sind nichts außergewöhnliches in NRW“. Es habe in den vergangenen Tagen besonders heiße und feuchte Luftmassen gegeben, die zu Gewitter neigen würden, so der Meteorologe. Das restliche Rheinland habe es nicht so extrem getroffen.

Seit dem frühen Mittwochnachmittag waren 350 Einsatzkräfte von Berufs- und freiwilliger Feuerwehr im Dauereinsatz: Abgeknickte Bäume und Äste, geflutete Keller und überschwemmte Straßen – zum Beispiel am Niehler Hafen und auf dem Maarweg – bildeten das Gros der Einsätze.

Arbeiten an der KVB-Haltestelle Geldernstraße

Im Kölner Westen stand in einer Tiefgarage mit mehreren Autos das Wasser 1,50 Meter hoch. Mancherorts wurden Gullydeckel auf die Fahrbahnen gespült, weil die Kanalisation das Wasser nicht mehr aufnehmen konnte. Am späten Mittwochabend rechnete die Feuerwehr mit insgesamt 800 wetterbedingten Einsätzen. In Wahn unterbrach der Flughafen Köln-Bonn den Flugbetrieb bis 17 Uhr für insgesamt 90 Minuten komplett. 15 Flüge starteten verspätet, bei 14 Fliegern verzögerte sich die Landung.

Ein Flug nach München wurde gestrichen. Auch den Fahrplan der Kölner Verkehrs-Betriebe brachte der Starkregen kräftig durcheinander. Ein Sprecher berichtete von Verspätungen von bis zu 40 Minuten auf allen Linien. Da die unterirdische Haltestelle Geldernstraße samt Schienen und Signaltechnik komplett überflutet war, hatte die KVB den Verkehr der Linie 13 zwischen Slabystraße und Nußbaumerstraße vorübergehend eingestellt.

Nachdem am Donnerstag zuerst Ersatzbusse eingesetzt worden waren, konnte die Linie 13 am Donnerstagnachmittag ihren Dienst wieder aufnehmen. An der überfluteten Haltestelle Geldernstraße/Parkgürtel können Fahrgäste aber nicht ein- oder aussteigen. Ersatzbusse der Linie 113 sind weiterhin zwischen den Haltestellen „Escher Straße“ und „Neusser Straße/Gürtel“ im Einsatz....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta