Untersuchung gegen Yamaha: Wurden in Jerez illegale Ventile verwendet?

Gerald Dirnbeck
·Lesedauer: 3 Min.

Die MotoGP-WM könnte in diesem Jahr abseits der Rennstrecke entschieden werden. Wie die 'La Gazzetta dello Sport' und 'The Race' übereinstimmend berichten, ist eine Untersuchung gegen Yamaha eingeleitet worden. Es soll technische Ungereimtheiten beim Motor geben.

Vor der Saison müssen die Hersteller die Motorspezifikation festlegen und bei den Offiziellen der FIM Teile und Dokumente hinterlegen. Diese Spezifikation ist für den Rest der Saison eingefroren und darf nicht verändert werden.

Beim ersten Rennwochenende in Jerez de la Frontera im Juli soll Yamaha Ventile verwendet haben, die sich von jenen der Homologation unterscheiden. Beim ersten Rennwochenende hatte Yamaha mehrere technische Probleme mit dem Motor.

Ventile sorgten in Jerez für technische Probleme

Bei Maverick Vinales gab es schon im Training einen Defekt. Valentino Rossi schied im Rennen mit Motordefekten aus. Es stellte sich heraus, dass die Ventile die Ursache für die Probleme waren. Franco Morbidelli hatte beim zweiten Jerez-Rennen einen Motorschaden.

Beim Zusammenbau der insgesamt 20 Motoren für die aktuelle Saison verwendet Yamaha Ventile zweier unterschiedlicher Lieferanten. Analysen der in Jerez kaputtgegangenen Motoren haben ergeben, dass die Ventile eines der beiden Lieferanten versagt haben.

Technikdirektor Takahiro Sumi wich seit Wochen Fragen über Motoren aus

Technikdirektor Takahiro Sumi wich seit Wochen Fragen über Motoren aus<span class="copyright">Yamaha</span>
Technikdirektor Takahiro Sumi wich seit Wochen Fragen über Motoren ausYamaha

Yamaha

Es waren somit nicht alle Motoren betroffen. Yamaha fragte im August an, ob man aus Sicherheitsgründen die versiegelten Motoren öffnen und die problematischen Ventile austauschen darf. Alle anderen in der MotoGP engagierten Hersteller müssen dafür ihre Zustimmung geben.

Die Konkurrenz verlangte, dass Yamaha Dokumente vorlegt, die beweisen, dass diese besagten Ventile einen Herstellungsfehler aufweisen. Das machte Yamaha nicht und erklärte, man habe nach eingehenden Analysen Lösungen für die Probleme gefunden.

Hohe Laufleistung der verbliebenen Motoren

Bei Fabio Quartararo wurden die ersten beiden Motoren seines Kontingents nach dem ersten Jerez-Rennwochenende nie wieder verwendet. Das trifft auch auf seinen Petronas-Teamkollegen Franco Morbidelli zu.

Bei Maverick Vinales wurde nach Jerez 1 Motor #2 aus dem Kontingent zurückgezogen. Motor #1 kam nur noch in Spielberg 2 im Freien Training zum Einsatz. Vinales musste in Jerez 1 schon Motor #3 verwenden. Aber dieses Triebwerk kam ansonsten nur noch in Spielberg 2 im Training zum Einsatz.

Seit dem zweiten Rennen hat Fabio Quartararo nur noch drei Motoren

Seit dem zweiten Rennen hat Fabio Quartararo nur noch drei Motoren<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Seit dem zweiten Rennen hat Fabio Quartararo nur noch drei MotorenMotorsport Images

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Bei Valentino Rossi wurde Motor #1 nach Jerez 1 aus dem Kontingent zurückgezogen. Motor #2 kam nach Jerez 1 nie wieder zum Einsatz. Dass die Jerez-1-Motoren bei Quartararo, Morbidelli und Rossi nie wieder zum Einsatz kamen, warf seit Wochen Fragen auf.

Nun wird von der FIM untersucht, ob Yamaha in Jerez 1 Ventile verwendet hat, die nicht der Homologation entsprochen haben. Sollte das der Fall gewesen sein, dann würden Strafen drohen. Welches Ausmaß diese Strafen umfassen würde, ist derzeit Spekulation.

Sollte es Punkteabzüge oder eine nachträgliche Disqualifikation der Yamaha-Fahrer in Jerez 1 geben, dann würde das massive Auswirkungen auf die Weltmeisterschaft haben. Quartararo sammelte in Jerez 1 25 Punkte für den Sieg, Vinales 20 für Platz zwei und Morbidelli elf für Rang fünf.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.