Untersuchung von Belästigungsvorwürfen gegen demokratischen US-Abgeordneten

Die Ethik-Kommission des US-Repräsentantenhauses untersucht Belästigungsvorwürfe gegen den demokratischen Abgeordneten Ruben Kihuen. Zwei Frauen werfen Kihuen vor, sie sexuell belästigt zu haben

Die Ethik-Kommission des US-Repräsentantenhauses untersucht Belästigungsvorwürfe gegen den demokratischen Abgeordneten Ruben Kihuen. Das Gremium teilte am Freitag in Washington mit, es habe eine Untersuchung eingeleitet, nachdem es von den öffentlichen Anschuldigungen gegen den 37-jährigen Politiker aus dem Bundesstaat Nevada Kenntnis genommen habe. Zwei Frauen werfen Kihuen vor, sie sexuell belästigt zu haben.

Bei der einen Frau handelt es sich um eine ehemalige Mitarbeiterin Kihuens, die nach eigenen Angaben während des Wahlkampfes des Kandidaten 2016 von ihm wiederholt sexuell bedrängt wurde. So soll der Demokrat ihr zweimal an den Oberschenkel gefasst haben. Die Vorwürfe wurden durch einen Artikel der Website "BuzzFeed" öffentlich. Auch eine Lobbyistin aus Nevada berichtete über mehrfache Avancen des jungen Politikers.

Kihuen hat alle Vorwürfe zurückgewiesen. Ebenso lehnte er einen Rücktritt ab, obwohl die demokratische Minderheitsführerin im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, ihn dazu aufforderte.

Aufgrund von Vorwürfen der Belästigung oder sexuellen Fehlverhaltens sind bereits zwei demokratische Kongressmitglieder zurückgetreten oder haben ihren Rücktritt angekündigt: der Abgeordnete John Conyers und der Senator Al Franken.

Bei der Ethik-Kommission laufen schon zwei Untersuchungen gegen republikanische Politiker: dem texanischen Abgeordneten Blake Farenthold wird sexuelle Belästigung vorgeworfen. Trent Franks trat zurück, nachdem bekannt geworden war, dass er eine Mitarbeiterin gefragt hatte, ob sie für ihn und seine Frau Leihmutter sein wolle.

Derweil gab am Freitagabend eine demokratische Kandidatin für den Kongress das Rennen auf. Zuvor war Andrea Ramsey vorgeworfen worden, sie habe einen männlichen Untergebenen sexuell belästigt. Die Vorwürfe beziehen sich auf 2005, als Ramsey die Personalabteilung eines Unternehmens leitete. Sie bestritt die Anschuldigungen in einer von der Zeitung "Kansas City Star" veröffentlichten Erklärung.