Das Unternehmen schlägt die Inflation, nicht die Dividende!

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Die Inflation zu schlagen mit einer Dividende? Möglich. Allerdings auch immer schwieriger. Natürlich ist es einfacher gewesen, als die Teuerung noch bei ca. 2 % gelegen hat. Oder das zumindest das realistische Ziel der Notenbanker gewesen ist. Mit einer Dividendenrendite von lediglich 3 % hätte man brutto und netto einen Ausgleich erzielt.

Allerdings liegt die Inflation heute eben nicht mehr bei 2 %. Nein, sondern sie kratzt sehr nachhaltig an die Marke der 8 %. Deshalb ist es wichtiger, eines zu verstehen: Man kann die Teuerung nicht mit der Ausschüttung ausgleichen. Das Unternehmen ist das Merkmal, das die ausreichende Qualität besitzt. Oder eben nicht.

Inflation: Unternehmen, nicht Dividende!

Die Dividende richtig einzuschätzen, ist im Allgemeinen ein guter Ratschlag. Letztlich ist es lediglich der Anteil des freien Cashflows, den ein Management für die Zahlung verwenden möchte. Aber: Beides muss erwirtschaftet werden. Ansonsten geht es ziemlich schnell an die Substanz. Oder an eine Ebbe.

Insofern ist es im Allgemeinen unsinnig, mit der Dividende die Inflation schlagen zu wollen. Jeder Versuch sollte letztendlich unternehmensorientierter Natur sein. Nur, wenn ein Unternehmen es schafft, auch zukünftig ähnliche freie Cashflows zu erzielen, können Ausschüttungen in ähnlicher Weise erwirtschaftet werden. Aber gerade jetzt in Zeiten einer hohen Teuerung ist es noch einmal besonders wichtig, auf diese Feinheiten zu achten.

Im Endeffekt sind es Unternehmen oder Produkte, die die notwendige Pricing-Power für einen Ausgleich gegen die Inflation haben. Liegt die Teuerung bei 8 % und auch die Produktionskosten steigen um 8 %, so sollte es für ein Management ein Leichtes sein, einen ebenso steigenden Preis durchzusetzen. Das ist im Idealfall die Qualität, die dazu führt, dass es Stabilität gibt. Oder Wachstum, wenn die Verantwortlichen zum Beispiel einen höheren Preis von 12 % rechtfertigen und durchsetzen können, ohne dass die Kunden die Produkte oder Dienstleistungen zukünftig meiden.

Mit der Dividende die Inflation zu schlagen, ist zwar in der Praxis möglich. Es gibt einen Ausgleich. Aber in der Theorie müssen wir zwangsläufig alles irgendwann auf das Unternehmen und die Produkte zurückführen. Das ist der eigentlich entscheidende Fokus, den wir haben sollten. Vor allem jetzt, wo die Teuerung so drastisch steigt.

Anderer Fokus, gleiches Ziel

Es mag lediglich ein anderer Fokus sein, was im Endeffekt die Inflation schlägt. Trotzdem: Die Dividende ist es im Alleingang eben nicht. Selbst ein ausgleichendes Wachstum muss operativ begründet werden. Ansonsten geht es auch hier früher oder später an die Substanz.

Versuch daher vielleicht nicht, zu spezifisch auf die Ausschüttungen zu blicken. Sie sind es jedenfalls nicht, die in deinem Portfolio den Ausgleich bezwecken. Wenn, dann sind sie lediglich der Indikator oder das Symptom.

Der Artikel Das Unternehmen schlägt die Inflation, nicht die Dividende! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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