Dieses Unternehmen kauft kleine Shops bei Amazon auf und will auf dem deutschen Markt durchstarten

Business Insider Deutschland
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Auf Amazon verkaufen mittlerweile weltweit über drei Millionen Händler ihre Produkte. Allein in Deutschland sind 240.000 Verkäufer unterwegs. Das US-Unternehmen Thrasio macht sich dies zum Vorteil. Die Techfirma kauft kleinere Händler auf und entwickelt sie weiter, um mehr Gewinn zu erwirtschaften. Thrasio ist mit dieser Strategie weltweit aktiv und möchte nun auch auf dem deutschen Markt expandieren.

Das Unternehmen wurde 2018 gegründet und hat seitdem über 100 kleinere Händler auf Amazon übernommen. Das Geschäftsmodell ist schnell erklärt: Vertrauenswürdige Marken kaufen, verbessern und mit ihnen mehr Gewinn erzielen, wie der Thrasio Deutschland-Chef Sami Turkie im Gespräch mit der "Wirtschaftswoche" sagt.

Im Regelfall bestehen diese kleinen Firmen aus Einzelunternehmern, die mit einer Handvoll Assistenten und Freiberuflern zusammenarbeiten. Die Zukäufe werden schnell und zielgerecht bei Thrasio integriert. "Unsere Checkliste, um eine neue Marke — egal wie groß oder komplex — an Bord zu bringen, umfasst 507 einzelne Schritte", sagt Ken Kubec, weltweit verantwortlich für die Zukäufe.

500 Millionen Dollar für Zukäufe in Deutschland und Europa

Die Suche nach neuen Marken hört nie auf. Wöchentlich stoßen weitere Händler zum Portfolio von Thrasio hinzu. "100 Marken sind für uns nur der Anfang. Wir gehen davon aus, dass wir die nächsten 100 Marken in der halben Zeit kaufen", so Turkie.

Der deutsche Markt ist für das US-Unternehmen besonders attraktiv, da er zu den größten in Europa und auf der Welt gehört. Turkie bescheinigt den deutschen Marken ein großes Potenzial — auch für den US-Markt. Dort hat sich Thrasio schon einen Namen gemacht. Viele kleine Händler kommen mittlerweile von selbst auf das Unternehmen zu.

Ein Ende der Jagd ist nicht in Sicht. Auch finanziell läuft es bei der Techfirma sehr gut. "Wir können 500 Millionen Dollar für Zukäufe in Deutschland und Europa ausgeben", so Kubec in der "Wirtschaftswoche". Bereits jetzt vereint Thrasio über 15.000 Produkte unter sich. Sollte das Unternehmen auf dem deutschen Markt durchstarten, dürften einige weitere hinzukommen.

kh