Unternehmen blockieren Mindeststandards für Soziales und Umwelt bei Zulieferern

Die Deutsche Industrie kann sich nicht auf eine Selbstverpflichtung zu nachhaltigen und sicheren globalen Lieferketten einigen. Eigentlich sollte ein entsprechendes Papier vor der Bundestagswahl unterzeichnet werden.


Das berichtet die WirtschaftsWoche. Das Magazin beruft sich dabei auf mehrere Verhandlungsteilnehmer. Die sogenannte „Berliner Erklärung“ sollte die Unternehmen noch vor der Wahl verpflichten, entlang ihrer globalen Lieferketten für die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards zu sorgen. Seit Monaten beraten unter Leitung des deutschen OECD-Büros und des Bundesarbeitsministeriums die Dax-30-Unternehmen mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie BDI, dem Arbeitgeberverband BDA und Nichtregierungsorganisationen über die Erklärung. Nachhaltige Lieferketten sind seit dem G7-Gipfel in Elmau ein Kernanliegen der Bundesregierung, das sie auf dem G20-Gipfel in Hamburg noch einmal bekräftigte.

Ursprünglich war das Ziel, ein entsprechendes Papier noch vor der Bundestagswahl zu unterzeichnen. Daraus dürfte nichts mehr werden. Vor Herbst, heißt es von mehreren Teilnehmern, werde es nichts mehr mit dem Konsens: zu komplex sei das Vorhaben, zu viele Streitfragen offen.

Offenbar spekuliert man in der Wirtschaft aber auch auf einen politischen Machtwechsel in Berlin: Mit einer schwarz-gelben Regierung könnte das Projekt womöglich entschärft werden. Bei anderen Beteiligten sorgt das für großen Unmut. „Ob das auf Dauer eine gute Position ist, wage ich zu bezweifeln“, sagte einer der Teilnehmer der WirtschaftsWoche.

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