Unternehmen im Blick, Bewertung im Blick: Grenzen & Warren Buffett!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
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Foolishe Investoren wissen natürlich eines: Es gilt stets das Unternehmen in den Fokus zu rücken. Egal ob eine starke Marktposition, Wettbewerbsvorteile oder einfach starke, einzigartige Produkte oder Patente: Solche Erfolgsfaktoren können entscheidend dafür sein, wie die Aktie eines Unternehmens langfristig performt.

Trotzdem gibt es auch hier gewisse Grenzen. Eine erste dürfte die fundamentale Bewertung sein. Wobei man bei einer Wachstumsgeschichte durchaus einige klassische fundamentale Kennzahlen ausklammern kann.

Wie sollte man als Foolisher Investor denn einen solchen Sachverhalt würdigen? Das ist womöglich mehr Kunst als Wissenschaft. Doch auch Warren Buffett kann einem bei diesem Zwiespalt in Teilen behilflich sein.

Unternehmen im Blick, Bewertung im Blick

Wie gesagt: Es ist womöglich ein schmaler Grat, auf dem man als Foolisher Investor an dieser Stelle wandelt. Wer das Unternehmen in den Fokus rückt und sich auf die langfristig orientierte Perspektive versteift, wird möglicherweise einige Kompromisse bei der Bewertung eingehen.

Wer hingegen die Bewertung in den Fokus rückt, der muss Abstrich beim Unternehmen beziehungsweise den Chancen und Risiken in Kauf nehmen. Generell bin ich eher geneigt zu sagen: Das Unternehmen sollte Priorität haben. Vor allem langfristig kann ein starkes Unternehmen in seine Bewertung hineinwachsen, wenn der Wachstumspfad stimmt. Oder aber einige Kennzahlen noch auf eine Unterbewertung hindeuten.

Wie passt das jetzt wiederum zusammen: Unterbewertung und hohe fundamentale Kennzahlen? Ich glaube, dass die Marktkapitalisierung speziell bei Wachstumsaktien ein Schlüssel zum Erfolg sein kann: Wer als Investor bei einem trend- und wachstumsstarken Unternehmen ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 20 oder 30 sieht, der wird vielleicht ins Grübeln kommen. Ganz anders sieht das jedoch vielleicht aus, wenn die Marktkapitalisierung bei lediglich 10, 20 oder 30 Mrd. US-Dollar liegt und man überzeugt ist: Der Markt bietet mehr. Das Unternehmen ist außerdem ideal positioniert, um von dieser gigantischen Marktchance überproportional zu profitieren.

Warren Buffett: Trotzdem vorsichtig sein!

Trotzdem sollte man als Foolisher Investor aufpassen, dass man auf diesem Pfad keine Kompromisse eingeht, die es nicht wert sind. Ein Unternehmen, so toll es auch sein kann, ist trotzdem eine schlechte Investition, wenn die Bewertung zu ambitioniert ist.

Warren Buffett soll sinngemäß einmal gesagt haben, dass selbst das beste Unternehmen keine Investition wert ist, wenn der Preis einfach zu hoch ist. Das ist wiederum eine weitere weiche Richtlinie, die ich dir ebenfalls mit auf dem Weg geben möchte.

Das heißt: Wenn eine Aktie beziehungsweise ein Unternehmen mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 30, 40 oder 50 oder noch mehr bewertet wird, so stellt sich zumindest die Frage: Gibt es überhaupt eine chancenorientierte Perspektive, dass dieses Bewertungsmaß erreicht und übertroffen werden kann. Auch das ist vielleicht mehr Kunst als Wissenschaft.

Mein Fokus: Unternehmen & Marktkapitalisierung

Unternehmen und Bewertung unter einen Hut zu bringen ist daher alles andere als einfach. Ich jedenfalls neige dazu, dem Unternehmen einen höheren Stellenwert beizumessen als der Bewertung. Wobei die Marktkapitalisierung für mich eine Vergleichsgröße ist, die mir Aufschluss über das weitere Potenzial bietet. Ich hoffe, auch dir kann das behilflich sein. Es gilt jedoch: Es ist mehr Kunst als Wissenschaft.

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