Unterlegener Präsidentschaftskandidat in Kongo zu 20 Jahren Haft verurteilt

Der kongolesische General und ehemalige Präsidentschaftsbewerber Jean-Marie Michel Mokoko ist zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Er habe die "innere Staatssicherheit unterminiert", urteilte ein Gericht am Freitag in Brazzaville, der Hauptstadt der Republik Kongo. Sieben Mitangeklagte - sechs Franzosen und ein Kongolese - wurden in Abwesenheit ebenfalls zu jeweils 20 Jahren Gefängnis verurteilt.

Der frühere Armeechef des Landes hat drei Tage Zeit, Berufung einzulegen. Mokoko wird vorgeworfen, 2007 mit einem französischen Nachrichtendienstmitarbeiter darüber gesprochen zu haben, wie der mittlerweile 74-jährige Präsident Denis Sassou Nguesso aus dem Amt entfernt werden könnte.

Mokoko war bereits kurz nach der Präsidentenwahl im März 2016 unter Hausarrest gestellt worden. Bei der Abstimmung war er mit knapp 14 Prozent der Stimmen auf Platz drei gelandet. Amtsinhaber Sassou Nguesso, der das ölreiche Land mit Unterbrechungen seit 1979 regiert, kam auf mehr als 60 Prozent.

Die Opposition hatte nach der Wahl Manipulationsvorwürfe gegen die Staatsführung erhoben und eine Neuauszählung der Stimmen gefordert. Die neue Kandidatur von Staatschef Sassou Nguesso war erst durch ein umstrittenes Referendum ermöglicht worden. Das bis dahin auf 70 Jahre festgesetzte Höchstalter eines Staatschefs sowie die Begrenzung auf zwei Amtszeiten wurden aufgehoben.