Unterlagen von erstem Frankfurter Auschwitz-Prozess sind Unesco-Dokumentenerbe

Die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) hat die Prozessdokumente des ersten Frankfurter Auschwitz-Verfahrens in ihr Weltdokumentenerbe aufgenommen

Die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) hat die Prozessdokumente des ersten Frankfurter Auschwitz-Verfahrens in ihr Weltdokumentenerbe aufgenommen. Wie die deutsche Unesco-Kommission am Montag in Bonn mitteilte, stimmte das zuständige Komitee der Organisation in Paris für die Aufnahme von insgesamt 78 kulturhistorisch wertvollen Dokumenten in das Register.

Die Verfahrensunterlagen und Tonbandaufnahmen des ersten Auschwitz-Prozesses vor dem Landgericht in Frankfurt am Main von 1963 bis 1965 belegen den von der Nazi-Diktatur betriebenen systematischen Massenmord im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Durch die Aussagen von Angeklagten und Zeugen wurde die deutsche Nachkriegsgesellschaft erstmals umfassend mit dem Völkermord konfrontiert. Die Urteile fielen allerdings sehr milde aus.

Auch die von Deutschland in das Auswahlverfahren eingebrachte Papyrushandschrift Constitutio Antoniniana wurde in das Weltdokumentenerbe aufgenommen. Dabei handelt es sich um ein Dokument, mit dem der römische Kaiser M. Aurelius Severus Antonius, auch bekannt als Caracalla, allen freien Bewohnern des römischen Reichs das Bürgerrecht verlieh.

Das schätzungsweise 212 oder 213 verfasste Schriftstück gilt laut Unesco-Kommission als das erste bekannte Dokument, das ein weitgefasstes Bürgerrecht dieser Art formuliert. Das einzige heute noch erhaltene Exemplar wird in der Universitätsbibliothek Gießen aufbewahrt.